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Meinungen Ulrich Metschies zur Sparkassengruppe
Mehr Meinungen Ulrich Metschies zur Sparkassengruppe
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08:01 29.03.2018
Von Ulrich Metschies
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Umso mehr überrascht die Deutlichkeit, mit der Schleswig-Holsteins Sparkassen-Präsident Reinhard Boll gestern die Marschroute der S-Finanzgruppe beschrieb und die zentralisierte Struktur des konkurrierenden Genossenschaftssektors als vorbildlich lobte. Bei den Genossen gibt es bundesweit mit der R+V einen einzigen Versicherer und mit Schwäbisch Hall auch nur eine Bausparkasse. Zum Vergleich: Das Sparkassenlager leistet sich noch immer elf unabhängige Versicherungen und acht Landesbausparkassen. Das kostet.

 Die anstehende Fusion von Provinzial Nordwest mit ihrer Namensschwester in Düsseldorf und die Verschmelzung der LBS Schleswig-Holstein/Hamburg mit der Landesbausparkasse West in Münster markieren somit nur einen Konsolidierungsschritt, dem weitere folgen werden. Beinharte Konkurrenz, niedrige Zinsen und ein explodierender Aufwand durch staatliche Regulierung: Diese Herausforderungen kann die Sparkassenfamilie nur bewältigen, wenn sie sich schlanker aufstellt und mit Doppelstrukturen aufräumt. Was sich so leicht hinschreibt, ist in der Praxis eine heikle Gratwanderung. Bleibt dabei die regionale Verankerung auf der Strecke, würde die öffentlich-rechtliche Finanzgruppe ihre Existenzberechtigung verspielen.

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