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Meinungen Christian Hiersemenzel zum Airbnb-Boom
Mehr Meinungen Christian Hiersemenzel zum Airbnb-Boom
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10:00 25.02.2019
Von Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent Christian Hiersemenzel Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Menschen räumen im Gästezimmer die Nähmaschine beiseite, um für kurze Zeit Urlauber zu beherbergen, ihnen die urigsten Kneipen zu empfehlen und zu sagen, an welchen Stränden man die schönsten Sonnenuntergänge genießt. Das ist nicht nur ein Beitrag zur Völkerverständigung, sondern füllt auch die Portokasse. Es war eine Frage der Zeit, bis geschäftstüchtige Zeitgenossen aus dem bescheidenen Zubrot ein einträgliches Geschäft machen würden.

Viele Tücken, aber vollkommen legal

Wer eine freie Wohnung in guter Lage besitzt, vermietet oft nicht mehr dauerhaft, sondern ungleich lukrativer über Airbnb an wechselnde Gäste. Das nervt zwar die Nachbarn, schadet dem Wohnungsmarkt und geht – pssst! – häufig am Finanzamt vorbei, ist ansonsten aber vollkommen legal. Kein Wunder, dass erste Politiker nach einem Verbot rufen.

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So weit sollte man nicht gehen. Augenmaß ist gefragt, weil sich das Argument der Tourismus-Fachleute nicht von der Hand weisen lässt: Airbnb zieht endlich wieder jüngere Leute nach Schleswig-Holstein. Hamburg könnte Kiel und Lübeck als Vorbild dienen. Wenn Vermieter ihre Quartiere über Airbnb nur noch zwei Monate im Jahr anbieten dürfen und verlässlich Steuern zahlen müssen, besinnt sich mancher vermutlich eines Besseren – und vermietet wieder dauerhaft.

Jürgen Küppers 25.02.2019
Ulf Billmayer-Christen 23.02.2019
KN-online (Kieler Nachrichten) 22.02.2019