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Meinungen Kontra-Kommentar: Der Preis wäre zu hoch
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21:31 06.08.2018
Von Florian Hanauer
Florian Hanauer Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Doch das ist nicht umsonst zu haben. Wie lange wurde etwa darum gerungen, Schulabgänger schneller ins Berufsleben zu bringen? Das gesamte Studiensystem wurde umgekrempelt, eine Reihe verkürzter Bachelor-Abschlüsse geschaffen. Jetzt, wo dies gelungen ist und das Alter der Hochschulabsolventen sinkt, soll sich Staat wieder einschalten und junge Schulabgänger für einen Pflichtdienst „abgreifen“? Sinnvoller wäre es, in ihre Ausbildung zu investieren – oder sie auf den „echten“ Arbeitsmarkt loszulassen.

Dem Fachkräftemangel können wir nur mit besserer Ausbildung begegnen. Für die Personalnöte, die unser Gesundheits- und Sozialsystem ebenso wie die Bundeswehr plagen, ist ein Pflichtdienst keine Lösung. Im Kern stellt der Staat dabei günstige Arbeitskräfte befristet zur Verfügung. Aber gerade diejenigen, die von den Dienstleistenden profitieren sollen benötigen qualifizierte Fachkräfte und keine Aushilfsarbeiter.

Wer sich freiwillig engagiert, wird soziale Kompetenzen erlernen und Verantwortung übernehmen. Doch als Pflicht kann man das jungen Menschen nicht aufdrücken. Deshalb ist es zweifelhaft, ob der Plan wirklich dem Gemeinwohl dienen kann.

Betrachten wir den Pflichtdienst rein volkswirtschaftlich, so muss man feststellen, dass er dafür einen viel zu hohen Preis kostet.

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Was ist so schlecht daran, wenn junge Leute ein Jahr in der Pflege arbeiten müssen, sich in der Nachbarschaftshilfe engagieren, in einer Tafel Lebensmittel an Bedürftige verteilen oder in der Flüchtlingshilfe Menschen bei der Integration unterstützen?

Christian Hiersemenzel 06.08.2018

Für die Landesregierung ist der Prozess um das Weihnachtsgeld für Beamte finanziell und politisch eine Zitterpartie. Finanziell, weil das Land im schlimmsten Fall mehr als eine Milliarde Euro an die Beamten zahlen muss und keinen einzigen Cent zurückgelegt hat.

Ulf B. Christen 06.08.2018

Wer vor dem „Nord-Kracher“ zum Zweitliga-Auftakt auf einen Sieg des großen Hamburger SV mit zwei, drei Toren Unterschied gegen die kleinen Störche aus Kiel gesetzt hatte, wähnte sich im Kreise der Fußball-Kenner. Sichere Sache das – auch für den Autor dieser Zeilen.

Thomas Pfeiffer 05.08.2018