Kommentar von Florian Hanauer zu Mietkündigungen im Einzelhandel
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Meinungen F. Hanauer: Kreislauf bricht zusammen
Mehr Meinungen F. Hanauer: Kreislauf bricht zusammen
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09:35 28.03.2020
Von Florian Hanauer
Florian Hanauer kommentiert die gewerblichen Mieten in der Corona-Krise.
Florian Hanauer kommentiert die gewerblichen Mieten in der Corona-Krise. Quelle: Ulf Dahl / Uwe Paesler
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Kiel

Die Chancen, die die Regelungen des Bundes zur Bewältigung der Krise ermöglichen, werden voll ausgereizt – wie die Möglichkeit, Mieten zu stunden. Das Risiko, dass die Aktion rechtlich am Ende doch nicht so klar ist, wird bewusst einkalkuliert.

Ketten nutzen pure Marktmacht aus

Kleinen und mittleren Betrieben als Mieter, die noch überlegen, wie sie über die Runden kommen sollen, vielleicht um eine Mietminderung bitten, muss der Mund ebenso offen stehen wie Vermietern, die von sich aus Reduzierungen der Miete einräumen wollten. Doch niemand sollte sich täuschen: Was die Einzelhandelskonzerne da machen, beruht auf purer Marktmacht. Sie reden mit großen Immobilienunternehmen auf Augenhöhe. Und natürlich haben auch sie Beschäftigte, gigantische Mengen an Ware und geschlossene Filialen.

Akute Gefahr für den Wirtschaftskreislauf

Trotzdem ist dies ein klares Beispiel, was schieflaufen kann, wenn Gesetze allzu schnell auf den Weg gebracht werden. Der Kreislauf der Wirtschaft dreht sich weiter: Die Immobilienunternehmen haben ja recht, wenn sie jetzt verlangen, selbst von Verpflichtungen befreit zu werden. Der Bund, der die Regelungen aufgelegt hat, muss nun dringend verhindern, dass die Großen, ohne zu zögern, Vorteile in Anspruch nehmen, die kleinen Firmen verwehrt bleiben – sonst bricht der Kreislauf mitten in der Krise komplett zusammen.

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