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Meinungen Florian Hanauer zur Senvion-Insolvenz
Mehr Meinungen Florian Hanauer zur Senvion-Insolvenz
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20:02 09.04.2019
Von Florian Hanauer
Florian Hanauer, Chef vom Dienst Quelle: pae
Osterrönfeld/Büdelsdorf

Nur einen Tag nach der Ankündigung setzt Senvion-Chef Yves Rannou die Drohung in die Tat um. Offensichtlich hat sein Sanierungskurs die Banken bislang nicht überzeugen können. Rund 4400 Mitarbeiter müssen um ihre Arbeitskräfte bangen, etwa 1000 von ihnen sind im Herzen Schleswig-Holsteins tätig, in Osterrönfeld und in Büdelsdorf.

Längst keine Produktion mehr

Die Menschen können nur mutmaßen, was in dem Senvion-Sanierungsgutachten steht, dass Ende April fertig sein soll. Immerhin arbeiten sie in der Forschung und im Service, also in Bereichen, die auch unter einem anderen Dach Zukunft haben könnten. Die Produktion im Norden ist längst geschlossen.

Neue Investoren dringend gesucht

Gewiss, es gab Managementfehler. Senvion kam mit der Abarbeitung seiner Projekte nicht nach, musste Strafzahlungen an Kunden leisten. Ex-Chef Jürgen Geißinger, der Senvion an die Börse gebracht hatte, warf im Mai 2018 das Handtuch. Hinzu kommt: Der Markt hat sich in Deutschland gewandelt, aus einem mit Subventionen gestarteten, sicheren Umfeld ist ein knallhart umkämpfter Markt geworden. Dass im Heimatmarkt ungeachtet der Energiewende kaum neue Anlagen gebaut werden, macht zusätzlichen Druck. Nur wenn jetzt wirklich neue Investoren kommen, hat Senvion die Chance zu bestehen. Den Beschäftigten und der Windenergiebranche im Norden ist es zu wünschen.

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