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Meinungen Frank Behling zu U-Booten für Ägypten
Mehr Meinungen Frank Behling zu U-Booten für Ägypten
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20:41 03.05.2019
Von Frank Behling
KN-Redakteur Frank Behling Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

In Europa dürfte derzeit kaum eine Regierung wollen, dass in Kairo wieder Islamisten an die Schalthebel der Macht kommen. Gleichzeitig gibt es den Wunsch, den Schmuggel von Waffen, Drogen und auch Menschen über das Mittelmeer nach Europa zu unterbinden.

Der Export ist nachvollziehbar

Wie wirkungsvoll U-Boote dabei sind, zeigen die Einsätze in den vergangenen Monaten. Anfang April hat die ägyptische Marine einen Frachter aufgebracht, der über zwei Tonnen Heroin an Bord hatte. Ägypten ist zudem ein wichtiger Pfeiler an der Schnittstelle zwischen Ostafrika und den Maghreb-Staaten. Auch vor diesem Hintergrund ist der Export von U-Booten an Ägypten nachvollziehbar.

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Deutschland kann stets eingreifen

Die Lieferung dieser Technologie sichert Berlin Einfluss in Kairo. Im Fall gravierender Menschenrechtsverstöße hat Deutschland bei U-Booten, anders als bei Pistolen, permanent alle diplomatischen Trümpfe in der Hand. Ein modernes U-Boot braucht nämlich auch nach der Auslieferung ständig Unterstützung und Ersatzteile. Wird dieser Support bei der Wartung und Modernisierung nicht genehmigt, müssen die U-Boote bald untätig im Hafen bleiben. Beispiele dafür gibt es genug. Zur Erinnerung: Auch Venezuelas Regierung besitzt zwei U-Boote aus Kiel. In Betrieb wurden diese Boote aber schon lange nicht mehr gesehen.

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