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Meinungen Frank Behling zum "Gorch Fock"-Desaster
Mehr Meinungen Frank Behling zum "Gorch Fock"-Desaster
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10:00 18.06.2019
Von Frank Behling
Schifffahrtsexperte Frank Behling Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Wer kann es der Bremerhavener Bredo-Werft ernsthaft übel nehmen, dass sie die Zeche nun nicht zahlen will? Sie hat die Leistungen vertragsgemäß erbracht und das Schiff viereinhalb Jahre in ihrem Dock gehabt. Selbst wenn die Bundeswehr den Rohbau am Freitag mit der juristischen Brechstange einer einstweiligen Verfügung aus dem Schwimmdock bekommt, ist ein Ende des Ärgers nicht in Sicht.

Ein Segelschiff als Millionengrab

Potenzial für schlechte Nachrichten bietet der Fall noch reichlich, das pfeifen längst alle Spatzen von den Dächern, und das von Wilhelmshaven bis Rostock. Den inoffiziellen Titel des teuersten Segelschulschiffes der Welt kann die „Gorch Fock“ schon heute niemand mehr streitig machen. 70 Millionen Euro hat noch keine Seefahrtnation für die Sanierung eines nur 89 Meter langen Segelschulschiffes ausgegeben – weitere 60 Millionen Euro sollen noch folgen.

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Der Imageschaden ist enorm

Noch viel schwerer wirkt der Imageschaden für den Namen „Gorch Fock“. Bei der wichtigen Nachwuchswerbung ernten die Jugendoffiziere bei Erwähnung des Namens inzwischen eher mitleidige Blicke als neugierige Fragen bei jungen Bewerbern. Wer zur Marine geht, der will zur See fahren – und nicht auf ein Schiff im Dock warten.

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