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Meinungen Frank Behling zur "Gorch Fock"
Mehr Meinungen Frank Behling zur "Gorch Fock"
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06:00 21.02.2019
Von Frank Behling
Frank Behling Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Der Betrieb ruht, die ersten Mitarbeiter haben die Werft verlassen und es fehlen über 20 Millionen Euro, die in dunklen Kanälen versickert sein sollen, wie die Verteidigungsministerin feststellen muss. Ursula von der Leyen hat die Zügel in der Hand. Nur sie kann das Ruder noch herumreißen und die erhofften Impulse geben.

Die „Gorch Fock“ ist ein Fass ohne Boden geworden: Schon bei den Werftarbeiten von 2001 bis 2012 wurde so viel in das Schiff investiert, wie für eine Runderneuerung nötig ist. 2016 stellte man dann plötzlich fest, der Zustand des Schiffes entspreche dem eines Wracks. Die Bundeswehr muss über Jahre von der Werftführung in Elsfleth vorgeführt und ausgenutzt worden sein.

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Es muss vieles schiefgelaufen sein

Das wirft auch Fragen nach der Überwachung der Werftarbeiten durch das Marinearsenal Wilhelmshaven auf. Wenn nach nur 15 Jahren jetzt wieder tonnenweise Stahl, 60 Kilometer Kabel, 9000 Meter Rohrleitungen, das Holzdeck und die Lüftungsanlagen erneuert werden müssen, muss bei der Abnahme der Arbeiten in all den Jahren viel schiefgelaufen sein.

Der beste Weg aus der Misere ist jetzt ein schnelles Ende. Die dabei eingesparten 60 Millionen Euro wären die ideale Finanzierung für eine dritte „Gorch Fock“, die vielleicht auch im Rahmen einer europäischen Kooperation gebaut werden könnte. Es braucht jetzt ein Signal zur Wende.

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