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Meinungen Heike Stüben zum Pflegenotstand
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08:12 11.05.2019
Von Heike Stüben
SH-Redakteurin Heike Stüben Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Junge – und durchaus auch ältere, die in ihrem Erstberuf nicht glücklich sind – wollen ja in die Pflege, weil sie darin eine sinnstiftende Tätigkeit sehen. Doch dann holt sie die Realität oft schnell ein. Nicht einmal jeder dritte Betrieb kann eine Pflegekraft nach der Ausbildung länger als ein Jahr halten. Und dann? Dann wechselt sie zu einem anderen Anbieter in der Hoffnung auf bessere Arbeitsbedingungen oder, und das ist fatal, sie verlässt den Beruf.

Ein großes Problem: Flucht aus dem Beruf

Kommen Sie jetzt nicht mit den 13000 Stellen aus Jens Spahns Sofortprogramm. Erstens macht das nur eine zusätzliche Pflegekraft für 80 Bewohner aus. Viel wichtiger: Es gibt diese Fachkräfte gar nicht, oder korrekter, es gibt sie nicht mehr, weil sie aus dem Beruf geflüchtet sind. Ohne einen Gutteil von ihnen zurückzuholen, wird es keine schnelle Besserung bei der Personalnot geben.

Die Arbeitsbedingungen müssen besser werden

Mit einer Rückkehrer-Prämie allein wird das nicht gelingen. Die Arbeitsbedingungen müssen sich grundlegend und dauerhaft bessern. Das bedeutet vor allem eine Personalbemessung, die sich am Bedarf der Pflegebedürftigen orientiert und nicht an Untergrenzen. Dafür ist kein Geld da? Falsch! Es fließt viel Geld in die Pflege. Aber solange Renditen von 14 Prozent und mehr akzeptiert werden, wird weiter am Personal gespart. Es gibt Heime, die beweisen, dass es anders geht.

Lesen Sie auch: Pflegebedürftige werden in Schleswig-Holstein abgewiesen

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