Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Meinungen Kristian Blasel zur Kieler-Woche-Bilanz
Mehr Meinungen Kristian Blasel zur Kieler-Woche-Bilanz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:02 30.06.2019
Von Kristian Blasel
Kristian Blasel ist Lokalchef der Kieler Nachrichten. Quelle: ©Ulf Dahl / KN / HAZ / ANDERE
Kiel

Die Kieler Woche hat eindrucksvoll bewiesen, dass sie das Zeug hat, noch lange Zeit der gesellschaftliche Fixpunkt im Jahreskalender des Nordens zu bleiben. Wo Kinder, Jugendliche und Erwachsene, wo Sportler, Musikfans und Touristen gleichermaßen ein Ereignis genießen, das die ganze Stadt für neun Tage in ihren Bann zieht, da ist etwas Außergewöhnliches gelungen. Zugegeben: Die Kieler Woche 2019 wird auch deshalb in so guter Erinnerung bleiben, weil sie von einer Wetterlage geküsst wurde, die dem Vergnügen den perfekten Rahmen gegeben hat. Selbst wenn es zum Abschluss fast zu heiß war, gilt: Richtig Glück gehabt, Kiel!

Aber die Substanz der Woche ist groß genug, um auch Regenjahre schadlos zu überstehen. Die Macher des Festes haben begriffen, dass der stete Wandel die Grundlage für einen dauerhaften Erfolg ist. Das gigantische Pfandsystem, das angesichts der Dimension auf Anhieb überraschend gut funktioniert hat, steht für diese zeitgemäße Veränderung, ohne die das Volksfest auf Dauer keine Akzeptanz finden würde. Aber auch Änderungen am Internationalen Markt, immer neue kleine Party-Arenen und Verweil-Ecken geben das Gefühl, bei aller Vertrautheit gelegentlich überrascht zu werden. So muss es sein und weitergehen.

Früher war alles besser? Gejammer hilft nicht

Einige Dinge, die im nächsten Jahr in diesem Sinne angefasst werden sollten, liegen auf der Hand: Das Verkehrskonzept gehört dazu, das es Besuchern noch leichter machen muss, ohne Pkw ins Zentrum zu kommen. Ein Park-and-Ride-Konzept, das seinen Namen verdient, wäre ein Instrument dafür. So groß der ökologische Sprung mit dem Bechersystem ist: Die Müllberge, die allabendlich zu bewundern waren, sind ein Beleg dafür, dass es auch in dem Bereich noch viel Luft nach oben gibt. Und dann lebt das Bühnen- und Musikprogramm davon, stets neu gemischt zu werden. Ein „Früher-war-alles-besser-Gejammer“ hilft dabei nicht weiter.

Die schmerzlich vermisste NDR-Bühne wird zurückkehren, die Sehnsucht nach Weltstars zum Nulltarif aber vermutlich nie mehr gestillt werden können. Zu hoch sind inzwischen die Gagen, zu beschränkt das Budget dieser Woche. Wer die gute Laune bei vielen Konzerten erlebt hat, weiß, dass auch unbekanntere Bands beste Stimmung verbreiten können. Gefunden werden müssen diese Perlen trotzdem immer wieder.

Weiter geträumt werden darf auch von einer Windjammerparade, die mit Großseglern an alte Glanzzeiten anknüpft – vielleicht sogar ab 2021 wieder mit dem Pannen-Schiff „Gorch Fock“. Denn der maritime Kern ist es, auf dem alles andere aufbaut. Dann klappt es auch mit weiteren Jubiläen.

Die AfD in Schleswig-Holstein hat sich bis zum Wochenende in der Gesamtschau am äußersten rechten Rand des demokratischen Spektrums bewegt, war also eher rechtsradikal. Mit dem Comeback der Ex-Vorsitzenden Doris von Sayn-Wittgenstein ist die Partei klar nach rechts gerückt.

30.06.2019

Nun ist sie fast rum, die 125. Kieler Woche. Ein Jubiläum. Wäre musikalisch betrachtet passend gewesen für ein paar Geschenke, die ein bisschen mehr hermachen. Der Kieler Woche 2019 fehlten Weltstars, meint Kulturredakteur Thomas Bunjes zum Musikprogramm.

Thomas Bunjes 30.06.2019

Der Investitionsstau ist groß. 20 Jahre Abrüstung mit dem Rasenmäher hat nicht nur bei der Ausrüstung der Bundeswehr tiefe Spuren hinterlassen, sondern auch bei der Infrastruktur.

29.06.2019