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Meinungen Michael Kluth zur Not der Kirchen
Mehr Meinungen Michael Kluth zur Not der Kirchen
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19:10 02.05.2019
Von Michael Kluth
KN-Korrespondent Michael Kluth Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Bis 2060 sollen die beiden christlichen Kirchen in Deutschland die Hälfte ihrer Mitglieder verlieren, die Nordkirche sogar noch mehr. Um auf dem gegenwärtigen Niveau weiterarbeiten zu können, benötigten sie dann das Doppelte an Einnahmen. Was soll aus der Gemeindearbeit werden, was aus Diakonie und Caritas? Müssen noch mehr Kirchen aufgegeben werden?

Kirchen besitzen Pfunde, mit denen sich wuchern lässt

Die Kirchen tun gut daran, nicht zuerst an Personalabbau und Schließungen zu denken. Sie haben gute Voraussetzungen gegenzusteuern. Sie haben eine klare und positive Botschaft, sie sind gut vernetzt, sie können auf viele Freiwillige zählen. Das sind Pfunde, mit denen sich wuchern lässt.

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Kirchen sind von Wert

Massentaufen als Volksfeste, mobile Kirchen, Segnungen für Konfessionslose, Online-Gemeinden: Das sind Ansätze, wie die Kirche sich bereits öffnet. Auf diesem Weg kann es vorangehen. Von einer Projektion über mehr als 40 Jahre mit ihren Unwägbarkeiten sollten die Kirchen sich nicht beirren lassen. Sie haben Grund zu Selbstbewusstsein: Sie machen – im Wortsinne – gute Arbeit. Sie sind von Wert. Spirituell, gesellschaftlich, zwischenmenschlich.

Distanzierung macht einsam. Menschen, die das erfahren, werden in offene Arme zurückkehren.

Christian Hiersemenzel 01.05.2019
Florian Hanauer 30.04.2019