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Meinungen Patrick Tiede zur Heimaufsicht
Mehr Meinungen Patrick Tiede zur Heimaufsicht
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09:52 17.07.2015
Von Patrick Tiede

 Und das, obwohl die Öffentlichkeit seit Wochen „nur“ über den Fall Friesenhof diskutiert. Ist das nur die Spitze des Eisbergs? Und wer ist dafür politisch verantwortlich? Beide Fragen könnte der Parlamentarische Untersuchungsausschuss ab Herbst klären.

Doch davon unabhängig muss fachlich dringend gehandelt werden. Und was machen SPD, Grüne und SSW? Sie setzen einen Runden Tisch ein. Gemäß dem alten Witz: Wenn Du nicht mehr weiter weißt, dann gründe einen Arbeitskreis. Für die betroffenen Kinder und Jugendlichen muss das wie blanker Hohn wirken. Die Missstände sind benannt, inhaltliche Verbesserungsvorschläge liegen auf dem Tisch. Warum also handelt man nicht? Das Ministerium muss jetzt schnellstmöglich eine neue Heimverordnung erlassen, die Aufsicht und Kontrolle stärkt. Zudem muss personell im Bereich Heimaufsicht nachgerüstet werden. Ein Runder Tisch ist deutlich zu wenig und nichts anderes als klassische Placebo-Politik.

Ministerpräsident Torsten Albig ist obenauf. Der Regierungschef hat in einem beispiellosen Parforceritt nahezu alle politischen Sprengsätze für das rot-grün-blaue Bündnis entschärft und könnte bereits morgen in den Landtagswahlkampf starten. Abgestimmt wird aber erst in 20 Monaten. Ob Albigs Offensive bis dahin trägt, ist fraglich. Der Ministerpräsident hat sein Pulver sehr früh verschossen.

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