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Meinungen Ulf B. Christen zu Gargs Cannabis-Frust
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10:00 29.07.2019
Ulf Billmayer-Christen Quelle: Ulf Dahl
Berlin

Der Frust von Sozialminister Heiner Garg über die Drogenpolitik des Bundes ist mehr als verständlich. Während andere Staaten Cannabis teils oder ganz legalisieren, will die GroKo in Deutschland nicht einmal einen Modellversuch zulassen. CDU und SPD in Berlin ignorieren dabei sträflich, dass eine staatlich kontrollierte Abgabe von Hasch deutlich mehr Vor- als Nachteile hat.

Bei einer solchen Abgabe könnten Konsumenten sicher sein, dass die Droge nicht mehr Rauschstoffe enthält als auf der Packung angegeben. Die Legalisierung von Cannabis würde zugleich dem Schwarzmarkt und den Dealern das Wasser abgraben, die neben Hasch auch Heroin anbieten. Nutznießer wären auch Polizei und Justiz. Sie könnten die Jagd auf Kiffer abblasen und sich auf echte Kriminelle konzentrieren.

Das wichtige Argument ist allerdings das Scheitern der Verbotspolitik. Kiffen gehört für viele Jugendliche und zahlreiche Erwachsene leider zum Alltag. Es wäre nur pragmatisch, das Teufelskraut unter strengen Auflagen zu verkaufen und die Einnahmen in Aufklärung, Beratung und Suchtprävention zu stecken.

Diese Einschätzung setzt sich langsam auch in Berlin durch. Grüne, FDP und Linke wollen das Betäubungsmittelrecht lockern, damit nicht nur Patienten legal Cannabisprodukte konsumieren können. Insofern muss man kein Prophet sein, um eine Kehrtwende in der Drogenpolitik vorherzusagen. Nach einem Ende der GroKo hätte Garg gute Chancen, den Modellversuch doch noch zu starten.

Von Ulf Billmeyer-Christen

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