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Meinungen Ulf B. Christen zu Waltraud Wende im Streit um die Lehrerausbildung
Mehr Meinungen Ulf B. Christen zu Waltraud Wende im Streit um die Lehrerausbildung
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08:01 07.04.2014
Von Ulf Billmayer-Christen
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Die Christian-Albrechts-Universität ist der wissenschaftliche Leuchtturm Schleswig-Holsteins. Er wurde von der Politik mehrfach als Steinbruch missbraucht. Grund- und Hauptschullehrer, Realschullehrer und Sonderpädagogen wurden bereits nach Flensburg verlagert. Eine Massenflucht der Gymnasial- und künftigen Sekundarlehrer könnte die CAU nicht verkraften. Die Lehramtsstudiengänge sind das Rückgrat nicht nur der Geisteswissenschaften. Ob Germanistik, Geschichte oder aber auch Mathematik: Mehr als die Hälfte der Studenten sind angehende Lehrer. Wechseln sie nach Flensburg, werden ihre Professoren über kurz oder lang folgen (müssen). Aus der Voll-Uni würde eine Rumpf-Hochschule.

Wende nimmt das in Kauf, um ihre alte Uni trotz rückläufiger Schüler- und damit Lehrerzahlen zu stützen. Die Koalition zieht bisher mit, einerseits aus dem Irrglauben, mit Hochschulen Regionalpolitik machen zu können. Andererseits mit dem Wissen, dass die Low-Cost-Ausbildung in Flensburg praxisnäher und damit schülertauglicher ist als der fachwissenschaftliche Drill in Kiel. Gleichwohl ist es unverantwortlich, eine zweite Lehrer-Uni aufzubauen. Die Strahlkraft Kiels würde abnehmen und Flensburg wird nicht leuchten.