Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Meinungen Ulf Christen zum Gegenwind für Stegner
Mehr Meinungen Ulf Christen zum Gegenwind für Stegner
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:00 21.11.2018
Von Ulf Billmayer-Christen
Landeshaus-Korrespondent Ulf Billmayer-Christen Quelle: Ulf Dahl
Anzeige
Kiel

Es ist schlicht undemokratisch, mit Enrico Kreft die Nummer eins aus Schleswig-Holstein auszubooten und stattdessen mit Delara Burkhardt der Nummer zwei den Weg ins EU-Parlament zu ebnen.

Der Frust in der Nord-SPD über Nahles ist also verständlich, der über ihren Stellvertreter Ralf Stegner auch. Der SPD-Landes- und Fraktionschef hat sich in eine Zwickmühle manövriert. Entweder ist sein Einfluss in Berlin geringer als von ihm stets behauptet oder er hat allen Dementis zum Trotz die Karriere seiner Ex-Favoritin Burkhardt befördert. Beweise für so ein Doppelspiel gibt es nicht. Wundern darf sich aber gerade Stegner nicht über wilde Verschwörungstheorien. Er ist ein Meister im Strippenziehen und damit derzeit ein Opfer seines eigenen Polit-Stils.

Anzeige

Die lebhafte Debatte um die Rolle Stegners in dem Listen-Deal belegt zugleich, dass der Übervater der Nord-SPD auf dem Rückzug ist. Spätestens Ende März wird er den Landesvorsitz abgeben. Und anders als von Stegner behauptet ist es keinesfalls sicher, dass er Fraktionschef bleibt. Ende 2019 wird gewählt und einiges spricht dafür, dass eine neue Parteichefin Serpil Midyatli auch den Fraktionsvorsitz übernimmt. Für Stegner bliebe, falls die GroKo platzt und es Neuwahlen gibt, der Bundestag. Das ist bitter wenig für den roten Rambo. Mitleid ist gleichwohl nicht angebracht. Alles hat seine Zeit. Und die von Stegner läuft unweigerlich ab.

Heike Stüben 20.11.2018
Ulrich Metschies 20.11.2018