Kommentar von Ulrich Metschies zum Netzausbau und Geisterstrom
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Meinungen U. Metschies: Alarmierend langsam
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07:02 22.02.2020
Von Ulrich Metschies
Ulrich Metschies kommentiert die Energiegewinnung in Schleswig-Holstein. Quelle: Ulf Dahl/Patrick Pleul/dpa
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Kiel

Der volkswirtschaftlich irrsinnige „Geisterstrom“ ist nur ein Indikator dafür, dass die Energiewende in Deutschland alarmierend langsam vorankommt. Während die Prognosen für den Anstieg des Meeresspiegels immer bedrohlicher werden, streitet man in einem der reichsten Industrieländer der Welt über Netzausbau, Zwangsabschaltungen und Sektorkoppelung.

Eine gefühlte Ewigkeit bereits hören wir von den Chancen, die eine grüne Wasserstoffwirtschaft für die Dekarbonisierung aller Lebens- und Wirtschaftsbereiche bietet. Dennoch hängt diese Zukunftstechnologie noch immer in der Experimentierphase fest.

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Bund ist der Bremser beim Wasserstoff

Diese Feststellung im Jahr 2020 treffen zu müssen, ist zutiefst frustrierend. Genauso bitter ist die Tatsache, dass Schleswig-Holstein als Wiege der Windenergie bei der wichtigsten Form der Erneuerbaren schon viel zu lange auf der Stelle tritt. Während die Flaute beim Windausbau von den Regierungen in Kiel und Berlin gemeinsam zu verantworten ist, muss sich der Bund den Vorwurf gefallen lassen, der große Bremser beim Wasserstoff zu sein.

Lesen Sie auch:"Geisterstrom" kostet 1,3 Milliarden Euro

Fördermillionen für innovative Projekte sind gut und wichtig, aber sie werden nicht den Durchbruch bringen, solange die Produktion von Wasserstoff mit Erneuerbaren wirtschaftlich ein Fiasko bleibt. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz war einmal Geburtshelfer der Windkraft. Doch ohne eine schnelle und tiefgreifende Reform könnte es ihr Totengräber werden. Und ohne Windstrom können wir von nachhaltiger Wasserstoffwirtschaft nur träumen.

Weitere Kommentare finden Sie hier.

Bastian Modrow 21.02.2020
Sorka Eixmann 21.02.2020
Konrad Bockemühl 20.02.2020
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