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Meinungen Ulrich Metschies zum Sig-Sauer-Prozess
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10:00 27.02.2019
Von Ulrich Metschies
Wirtschaftsredakteur Ulrich Metschies Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Zigtausend Pistolen werden aus Eckernförde in die USA exportiert – unter der strikten Auflage, auch dort zu verbleiben. Stattdessen gelangen sie nach Kolumbien, ein Land, in dem zum damaligen Zeitpunkt ein unglaublich blutiger Bürgerkrieg tobt. Wer glaubt, dass die Waffen nur im Kampf gegen Drogenbanden zum Einsatz kamen, der muss sehr leichtgläubig sein. Niemand weiß, wie viele Menschen starben, weil Waffen aus Eckernförde von korrupten kolumbianischen Ordnungshütern weiterverkauft wurden an Todesschwadronen, Paramilitärs oder linke Farc-Guerillas.

Und nun sollen die Manager, die mutmaßlich vom geplanten Re-Export aus den USA nach Kolumbien wussten, mit einer Bewährungsstrafe davonkommen?

Manche Argumente wiegen schwer

So bitter so ein Deal wäre: Für eine „Verständigungslösung“, die in aufwendigen Wirtschaftsstrafprozessen häufig vorkommt, lassen sich Argumente finden, die nicht so einfach von der Hand zu weisen sind. Die Entlastung der Justiz durch eine deutlich vereinfachte Beweisaufnahme ist davon noch das schwächste. Schwerer wiegt, dass die Anklage mit einer Verständigung ein Risiko aus dem Weg räumt, das bei derart komplexen Verfahren erheblich ist: dass sie das Gericht eben nicht zweifelsfrei von der Schuld der Angeklagten überzeugt und es damit zu einem Freispruch kommen müsste.

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