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Meinungen Ulrich Metschies zur HCOB-Bilanz
Mehr Meinungen Ulrich Metschies zur HCOB-Bilanz
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21:03 28.03.2019
Von Ulrich Metschies
Wirtschaftsredakteur Ulrich Metschies Quelle: Ulf Dahl
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Kiel/Hamburg

 „Ballast“ ist eine Vokabel, die bei der Bilanzpressekonferenz mehrfach fällt, und von der erfolgreichen Zukunft einer Bank mit deutlich verkleinertem „Personalkörper“ ist die Rede. Ja, so kann man den Abbau von 757 Arbeitsplätzen auch bezeichnen.

Hilfsdienste aus Kiel für Hamburg

Vor allem aus Kieler Sicht gerät die Privatisierung der Ex-HSH-Nordbank zunehmend zu einer Demütigung. Nicht nur, weil der Abbau hier deutlich schmerzhafter ausfällt. Ermisch machte es einmal mehr deutlich: Geschäftszentrum der neuen Bank sei Hamburg, Kiel sei ein „wunderbarer Standort für IT und Operations“. Man könnt auch sagen: Von hier aus werden künftig die Hilfsdienste geleistet – Dienste, die man über kurz oder lang auch andernorts ansiedeln oder einkaufen kann.

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Transfergesellschaft mit fadem Nachgeschmack

Immerhin: Kein Mitarbeiter, der seine Stelle verliert, wird in Armut abstürzen. Mit einer Abfindung von 264000 Euro im Schnitt zeigt sich die Bank nicht knauserig. Dass zusätzlich eine Transfergesellschaft ins Leben gerufen wird, mag für manche Qualifikationen – vom Haustechniker bis zum Kantinenpersonal – segensreich sein. Doch bezahlt wird dieser Übergang zum großen Teil von der Bundesarbeitsagentur – aus öffentlichen Mitteln also. Das hinterlässt einen faden Nachgeschmack im Fall eines Unternehmens, das bereits Milliarden an Steuergeldern versenkt hat.

Steffen Müller 27.03.2019
Anne Holbach 27.03.2019
Ulrich Metschies 27.03.2019