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Meinungen Christian Strehk zur Lage am Theater
Mehr Meinungen Christian Strehk zur Lage am Theater
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20:12 28.06.2019
Christian Strehk ist Kulturredakteur der Kieler Nachrichten. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Das LT Schleswig-Holstein hat es in den vergangenen zwei Jahrzehnten geschafft, sich immer mehr vom spießigen Ruch rein gestriger Ästhetik zu befreien. Es hat inzwischen das jüngste Publikum überhaupt. Und es unterschätzt seine Besucher auch nicht. Es bietet immer häufiger ein im erweiterten Sinne unterhaltendes Theater, das jede Auseinandersetzung lohnt.

Diese Positionierung im Heute und Morgen sah das Schauspielensemble plötzlich in Gefahr. Der ihnen avisierte neue Schauspieldirektor Rolf Petersen hat die Auseinandersetzung darüber gescheut. Er hat sich vor dem Ensemble mit dem wiederholten Verweis auf Christoph Schroths „Volkstheater“ auf eine längst leergeschossene Hülse eines DDR-Regisseurs als fantasielos dargestellt. Mit unbestrittenen Verdiensten im Niederdeutschen Theater hat das zunächst nichts zu tun, wohl aber deutet es Defizite in der Wahrnehmung aktueller Strömungen an.

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Neue Intendantin hat Chance auf Neustart verdient

Theaterbetriebe leben von kreativer Reibung an Visionen. Deshalb ist es gut, dass Petersen den Weg dafür freigibt. Der designierten Intendantin Ute Lemm ist für die Zukunft ein feineres Sensorium für ihr Ensemble, aber auch die faire Chance auf einen atmosphärisch unbelasteten Neustart zu wünschen.

Von Christian Strehk

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