Konrad Bockemühl kommentiert: Konzertsaal-Sanierung darf nicht stocken
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Meinungen K. Bockemühl: Sanierung darf nicht stocken
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20:33 26.05.2020
Von Konrad Bockemühl
Konrad Bockemühl kommentiert die neuesten Entwicklungen zum Kieler Schloss.
Konrad Bockemühl kommentiert die neuesten Entwicklungen zum Kieler Schloss. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Natürlich tut die Zahl weh: Über 40 Millionen Euro stehen im Raum für die Sanierung des Konzertsaales im Kieler Schloss. Da kann man, auch beim Land, schon mal einen gehörigen Schreck bekommen. Allemal in (Corona-)Zeiten, wo an allen Ecken und Enden Begehrlichkeiten laut werden. Dieser Schreck, aus der Staatskanzlei empört formuliert, mag Methode sein, sich abzugrenzen gegen immer weitere Forderungen.

Aber, ob und wie auch immer die Kommunikation zwischen Stadt und Land gestört war, er ist auch Schau. Denn die Preissteigerung war absehbar – gegenüber einem Gutachten, das gut dreieinhalb Jahre alt ist. Das die Chance auf die neuen NDR-Flächen genauso wenig berücksichtigte wie einen bei größerer Planungstiefe üblichen, hier 5,3 Millionen schweren, Risikozuschlag. Viel mehr steckt nicht hinter der neuen, eher konservativ gerechneten Zahl für eine eher konservativ ausgerichtete Sanierung.

Stadt Kiel müsste Lücke füllen

Nicht unmöglich, dass es letztlich bei 35,5 Millionen Euro bleibt. Unerträglich wäre es, würde die neue Rechnung jetzt die notwendige Zukunftsinvestition stoppen oder auch nur verzögern. Das Land kann den OB ja beim Wort nehmen mit seinem Hinweis auf Bundesförderung. Auch, was die sehr hohen Erwartungen an private (Spenden-)Gelder für die Sanierung angeht. Hier, das bestreitet Ulf Kämpfer nicht, müsste sonst die Stadt Lücken füllen. Doch wenn das Projekt konkrete Formen annimmt, wächst mit dem Vertrauen absehbar auch die Spendenbereitschaft. Deswegen sind jetzt Besonnenheit und Beharrlichkeit gefragt. Auch wenn’s weh tut.

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