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Meinungen Florian Hanauer zum Aus für den A380
Mehr Meinungen Florian Hanauer zum Aus für den A380
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21:03 14.02.2019
Von Florian Hanauer
Florian Hanauer ist Chef vom Dienst bei den Kieler Nachrichten Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Der Markt habe sich verändert, wird angeführt, und verlange nach kleineren, zweistrahligen Maschinen. Doch diese Mahnungen gab es schon im Jahr 2000, als die Konzeption des A380 begann: Einen solchen Riesenflieger brauche keiner, hieß es etwa vom Konkurrenten Boeing, der sich zu jener Zeit auf die viel kleinere 787 stürzte.

Doch bei Airbus war man sich sicher, dass der Markt gewartet habe auf einen Riesen, der nur dazu taugt, wenige übergroße Drehkreuze statt vieler kleiner Flughäfen miteinander zu verbinden. Das zeigt sich am besten in Hamburg selbst: Der Flughafen Fuhlsbüttel wird erst seit vergangenem Herbst überhaupt von einem A380 angeflogen, obwohl er doch in Finkenwerder mitgebaut wird. Der Riesenflieger lässt sich schwer füllen.

Airbus ist es gewohnt, von der Politik kräftig unterstützt zu werden. Etwa ein Drittel der Entwicklungskosten am A380 haben Deutschland, Frankreich und Spanien Airbus als rückzahlbare Darlehen gegeben. Es geht um schätzungsweise 15 Milliarden Euro, die zum Teil noch abgestottert werden. Die Endabrechnung dafür und für den Steuerzahler steht aus. Geradezu verwöhnt wurde der Konzern auch in Hamburg, wo die Stadt die Flächen schaffte, um das Airbus-Werk in Finkenwerder zu erweitern. Begleitet von heftigem Protest der Naturschützern wurden 170 Hektar des Mühlenberger Lochs an der Elbe mit Sand aufgefüllt. Vielleicht lässt sich das Gelände jetzt zumindest für die restliche Produktionslinie nutzen.

Auf die Zulieferer im Norden kommen harte Zeiten zu

So groß, wie das Prestige sein sollte, am größten Passagierflugzeug der Welt mitzubauen, so wenig will die Politik jetzt wahrhaben, dass das Unternehmen A380 gescheitert ist: Die Einstellung wird als kleine Delle heruntergespielt, die längst überfällig gewesen sei. Auch das Unternehmen rechnet die Zahl der betroffenen Mitarbeiter herunter.

Die Beschäftigten und viele Zulieferfirmen können nur froh sein, dass sich Airbus bei anderen Projekten nicht so verschätzt hat. Denn die kleineren Flugzeugreihen A320 und A330 laufen gut. In Hamburg wurde dafür eine vierte Produktionslinie aufgebaut. Ob wirklich alle jetzt betroffenen Mitarbeiter dort untergebracht werden können, vermochte Airbus gestern aber nicht zu sagen. Auf die mittelständischen Zulieferer, auch aus Schleswig-Holstein, kommen vermutlich schwierige Zeiten zu.

Begrüßt wurde das Ende aber an der Börse: Einen satten Sprung von rund fünf Prozent legte die Airbus-Aktie gestern hin. Die Anleger sehen den A380 als unnötigen Ballast an, der jetzt abgeworfen wurde. Airbus bleibt insgesamt eine europäische Erfolgsgeschichte. Das Prestigeprojekt A380 aber hat sich nicht gerechnet.

Wer sich für das Thema Tiertransporte zu Schlachthöfen nach Nordafrika, Südosteuropa und den Nahen Osten interessiert, kennt die abstoßenden Bilder. Und das nicht erst seit gestern.

Hans-Jürgen Jensen 14.02.2019

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