Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Meinungen Jürgen Küppers zur AfD und dem Islam
Mehr Meinungen Jürgen Küppers zur AfD und dem Islam
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 20.04.2016
Von Jürgen Küppers

Denn als Vize-Vorsitzende der AfD lehnen Sie ja im Programmentwurf Ihrer Partei unter anderem Minarette und Muezzinrufe kategorisch ab.

 Beides stehe „im Widerspruch zu einem toleranten Nebeneinander der Religionen, das die christlichen Kirchen der Moderne praktizieren“. Einmal abgesehen von der Tatsache, das eine der ältesten Moscheen in Deutschland inklusive Minarette schon seit 1927 in Berlin-Wilmersdorf steht, könnten Sie gerade hier in Kiel das tolerante Miteinander von Kulturen und Religionen besichtigen.

 Hier leben Menschen aus rund 150 Nationen, natürlich nicht immer ohne Konflikte. Aber in aller Regel ohne religiös begründete. Hier entstand quasi aus dem Nichts die größte Bürgerinitiative der Stadt. Spontan halfen hunderte Kieler monatelang, als Flüchtlinge Essen, Kleidung und Schlafplätze brauchten. Hier bleiben die meisten Nachbarn gelassen angesichts des neuen Minaretts. Wohl auch, weil der Kieler Moscheeverein Mäßigung bewies – und die Höhe des Minaretts auf 24 Meter reduzierte, den Muezzin-Ruf auf ein Mal pro Woche begrenzte. Das orientalische Bauwerk sollte eben ganz bewusst nicht das sein, was Sie Minaretten offenbar generell unterstellen: Macht- und Herrschaftsanspruch des Islam zu symbolisieren.

 Trotzdem gibt es natürlich auch in dieser Stadt kritische Stimmen. Sie fragen zum Beispiel: Reichen Moscheen als Orte freier Religionsausübung nicht aus? Warum noch diese oft weithin sichtbaren architektonischen Symbole des Islam? Mit welchem Recht beanspruchen Türkische Gemeinden den Bau von Moscheen, während die 100000 in der Türkei lebenden Christen nach wie vor mit massiven Einschränkungen zu kämpfen haben? So sind Kirchtürme im türkischen „Stadtplanungsgesetz“ nicht vorgesehen, die orthodoxe Kirche darf keine Priester in der Türkei ausbilden, ausländische Kleriker erhalten nur selten eine Arbeitserlaubnis, Angehörige christlicher Minderheiten in der Türkei wurden Opfer religiös motivierter Gewalttaten.

 Dazu wird auf allen politischen Ebenen bis hin zu unserer lokalen noch viel zu (er)klären sein. Mit Ihrem Programmentwurf wollen Sie aber keinen kritischen Diskurs darüber, so nötig er auch ist. Sie instrumentalisieren den Terror von Brüssel und Paris. Sie dämonisieren den kompletten Islam. Sie nehmen ihn in Geiselhaft, weil Sie sich davon für die AfD politischen Gewinn versprechen.

 Laut Forsa-Umfrage dieser Zeitung mit vergleichsweise moderaten neun Prozent Wählerzustimmung ist die AfD in Schleswig-Holstein noch kein politisches Schwergewicht. Und wird es – vielleicht gerade Ihres neuen Kurses wegen – auch künftig nicht sein. Hoffentlich.

Sie wollen ein Haus bauen, das Grundstück ist vorhanden, die Pläne gezeichnet. Nun kommt Vorfreude auf. Doch wenn fast drei Jahre später weiterhin Gras wächst, wo längst das Eigenheim stehen sollte, scheint es ein Problem zu geben. So ähnlich ist die Lage bei einem eigentlich großartigen Kieler Projekt.

Gerhard Müller 20.04.2016

Frauen in Schleswig-Holstein geht es schlechter als den Männern. Das ist eine bittere Erkenntnis des DAK-Gesundheitsreports 2016. Frauen fehlen öfter und länger im Job und konsultieren häufiger einen Arzt als ihre männlichen Kollegen.

Florian Sötje 19.04.2016

Fisch ist gesund und beliebt: Seit Jahren verzehrt jeder Deutsche etwa 15 Kilogramm – Tendenz stabil. Weil seit den 1980er-Jahren aber auch die Fischbestände in Nord- und Ostsee beständig abnehmen, kommt das 30-Millionen-Landesprogramm „Fischerei und Aquakultur“ gerade noch rechtzeitig, um einer dauerhaften Überfischung zumindest etwas entgegenzuwirken.

Jan von Schmidt-Phiseldeck 18.04.2016