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Meinungen Christian Longardt zum guten Schluss
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14:00 31.12.2018
Von Christian Longardt
Viel Glück! Verlag und Redaktion wünschen Ihnen einen guten Rutsch. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Einen guten Rutsch, das wünschen sich heute die Menschen überall in Deutschland, auch wir tun dies auch mit unserem Beitragsbild. Mit Schnee und Eis hat das nicht zu tun. Gleichwohl ist die Herkunft der Wendung nicht eindeutig, mancher sieht die Wurzeln im Hebräischen, andere sagen, es gehe im Ursprung um eine gute Reise. Mit Sicherheit aber lässt sich feststellen, dass im zu Ende gehenden Jahr manches buchstäblich ins Rutschen geraten ist. Ein guter Rutsch war das in aller Regel nicht.

Von 2018 wird wohl vor allem das Extremwetter in Erinnerung bleiben: Extreme Niederschläge im Winter, extreme Trockenheit im Sommer haben die Landwirte in große Schwierigkeiten gebracht, die Getreidebauern in Schleswig-Holstein waren bundesweit am ärgsten betroffen. Damit das nicht so weitergeht, braucht es weit mehr als ein Glücksschwein und ein paar fromme Wünsche.

2018 war ein Jahr der Erkenntnis für viele derjenigen, die den Klimawandel für ein Problem der Zukunft gehalten haben. Tatsächlich ist er längst im Gange. Ob die Menschheit genug Kraft und Entschlossenheit aufbringt, die Entwicklung noch aufzuhalten, ist eine der großen Fragen, die weit über 2019 hinausreichen.

Wer Aktien hält, sitzt schon seit Monaten auf der Rutschbahn. Die fallenden Kurse signalisieren das Ende eines langen Aufschwungs, zur Verunsicherung der Weltwirtschaft hat der US-Präsident entscheidend beigetragen. Donald Trump hat die Unberechenbarkeit zu seinem Markenzeichen gemacht; aus dem verlässlichen Partner in Übersee ist ein Amerika des Egoismus und der Unvernunft geworden, dessen Kurs sich nur noch bedingt voraussagen lässt. Das destabilisiert die Ökonomie genauso wie die politischen Beziehungen, zur Nato, zum Iran, zu China. Und zu Berlin.

Im März verabschieden sich die Briten aus der EU, noch so ein Abschied von einer Gewissheit, die lange getragen hat. Eines der größten Länder, ein enger Freund der Deutschen verlässt die Gemeinschaft, die von Italiens Regierung ebenso kritisch gesehen wird wie von Polen oder Ungarn. Die Europawahl im Mai wird messbar machen, wie weit die Erosion der EU schon fortgeschritten ist.

Am Ende dann noch die „Spiegel“-Affäre, bei Licht besehen nicht weniger als eine Katastrophe für die gesamte deutsche Presse. Das schäbige Tun eines Reporters diskreditiert den Journalismus in Gänze, der ohnehin seit der Flüchtlingskrise unter besonderer Beobachtung steht. Das ist deshalb so bedeutsam, weil das Vertrauen in die Medien zu den tragenden Pfeilern der demokratischen Gesellschaft gehört. Wir, die Journalisten, leben von unserer Glaubwürdigkeit, und wir tun gut daran, uns jeden Tag und immer wieder neu zu prüfen.

Wir werden Sie auch 2019 durch das Auf und Ab der Nachrichten begleiten, und wir werden die positiven Ereignisse, die es eben auch zuhauf gibt, nicht vergessen, darauf können Sie sich verlassen. Rutschen Sie gut hinein!

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