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Meinungen Michael Kluth zu Altkanzler Schröder
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09:30 07.06.2019
Von Michael Kluth
Michael Kluth kommentiert den Kieler-Woche-Besuch von Altkanzler Gerhard Schröder. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Wenn der einzige noch lebende Altkanzler sich zur Kieler Woche ansagt, ist er willkommen zu heißen. Das versteht sich von selbst. Hinter der selbstverständlich höflichen Haltung steht zurück, dass Gerhard Schröder ein durchaus problematischer Gast ist.

Der Putin-Freund kommt als Aufsichtsratsvorsitzender der Nord Stream AG, deren Mehrheitsgesellschafter der russische Konzern Gazprom ist. Verkürzt ausgedrückt: Schröder kommt als russischer Lobbyist.

Da kann der politische Hintergrund nicht ausgeblendet werden. Seit der russischen Annexion der Krim 2014 verweigert das deutsche Außenministerium Schiffen der russischen Marine die „Diploclearance“, die diplomatische Freigabe, und sie werden nicht mehr zur Kieler Woche eingeladen. Diesmal erst recht nicht, da läuft auf der Ostsee das große Nato-Manöver Baltops.

Hinzu kommt, dass die Gaspipeline Nord Stream 2, die Gerhard Schröder vertritt, weltpolitisch höchst umstritten ist. Das deutsch-russische Projekt stößt bei den befreundeten Nationen Ukraine, Polen und USA auf offenen Widerstand und innerhalb der Europäischen Union nicht uneingeschränkt auf Zustimmung.

In dieser Gemengelage ist es kein Wunder, dass der Gastgeber die überraschende Visite eher nur zur Kenntnis nimmt, als dass er den Gast mit offenen Armen empfängt. Es werde wohl keine Gelegenheit zu einem Zusammentreffen mit Schröder geben, teilt Oberbürgermeister Ulf Kämpfer ohne Bedauern mit.

In diesem Sinne: Willkommen, Altkanzler. Viel Spaß beim Segeln!

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