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Michael Kluth zur Kieler CDU-Fraktion:

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21:00 29.09.2020
Von Michael Kluth
Michael Kluth kommentiert die Situation der Kieler CDU-Fraktion. Quelle: Swen Pförtner/dpa/Ulf Dahl
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Kiel

In der Kieler CDU-Ratsfraktion gibt es Stefan Kruber und dahinter lange nichts. Politisch und rhetorisch kann dem Fraktionschef keiner der 13 Kollegen das Wasser reichen. Das ist einer der Gründe, warum Kruber trotz manchen Murrens in der Fraktion nach elf Jahren immer noch an ihrer Spitze steht. Es gibt keine adäquate Alternative.

Wenn es dazu noch eines Beweises bedurft hätte, dann hat die CDU-Fraktion ihn mit dem Trauerspiel von Montagabend geliefert. Kruber selbst hatte zuvor seinen Rückzug angekündigt. Er hatte dafür glaubhaft berufliche und private Gründe genannt, war aber wohl auch wegen anhaltender Zickereien in seiner Fraktion amtsmüde geworden.

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Aber ach, die Ratsfrau Elisabeth Pier hat dann ihren Griff nach der Kruber-Nachfolge so miserabel vorbereitet, dass er ins Leere ging. Sie hat die Stimmung in der zerrissenen Fraktion falsch eingeschätzt. Der Vorwurf trifft auch ihren Kompagnon Rainer Kreutz, der selbst zugibt, vom Patt in der Abstimmung überrascht worden zu sein.

Das wäre Kruber nicht passiert. Für die Fraktionsführung haben sowohl Pier als auch Kreutz sich damit nachhaltig disqualifiziert. Die Ratsfraktion allerdings, die der einzigen Bewerberin die Mehrheit verweigert hat, steht nun vor einem Scherbenhaufen. Auch kein Ruhmesblatt.

Was das alles mit Politik zu tun hat? Nichts. Gar nichts. Das macht das Desaster ja noch schlimmer: Um Inhalte hat die CDU-Fraktion gar nicht gestritten, dabei hat sie das bitter nötig. Nein, es ging allein um Pöstchen und Befindlichkeiten. Kindergarten.

Michael Kluth 29.09.2020
Tilmann Post 28.09.2020
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