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Meinungen Michael Kluth zur Lagerung von Atommüll
Mehr Meinungen Michael Kluth zur Lagerung von Atommüll
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08:33 24.01.2015
Von Michael Kluth

Als die Bundesregierung unter SPD-Kanzler Helmut Schmidt im Angesicht der Ölkrise in den 1970er-Jahren begann, massiv auf Kernenergie zu setzen, versäumte sie, die Entsorgungsfrage zu beantworten. Wohin mit dem Atommüll? Die Frage ist bis heute ungelöst. Mit den Jahren ist sie drängender geworden.

Es ist bemerkenswert, dass mit dem schleswig-holsteinischen Umweltminister Robert Habeck und dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann zwei Grüne und Kernkraftgegner als Einzige konkrete Lösungen wenigstens zur Zwischenlagerung des Abfalls angeboten haben. Respekt. Die alten Atomkraft-Apostel von SPD, CDU und CSU hingegen ducken sich weg. Das ist nicht glaubwürdig.

Dass Habeck sein Angebot, deutschen Atommüll aus der britischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield auf dem Gelände des Kernkraftwerks Brunsbüttel zwischenzulagern, nun zurückziehen muss, ist ihm nicht anzulasten. Das Bundesverwaltungsgericht hat die Genehmigung des Zwischenlagers in Brunsbüttel verworfen; und was man nicht hat, kann man nicht anbieten.

Deutschlands Probleme mit dem Atommüll verschärfen sich nun wieder. Habeck hat Recht: Ein nationaler Neuanlauf für die Lagerung muss her. Die Politik kann das Problem nicht auf Dauer aussitzen. Um es mit Winfried Kretschmann zu sagen: Irgendwo muss das Zeug ja hin.