Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Meinungen Michael Kluth zur Umbenennung des Hindenburgufers
Mehr Meinungen Michael Kluth zur Umbenennung des Hindenburgufers
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:55 11.01.2014
Von Michael Kluth
Anzeige

Ja, es ist ein Eingriff in die gefühlte Identität der Stadt. Ein gewohnter und ein Leben lang positiv besetzter heimatlicher Begriff verschwindet. Irgendwie blöd. Das ist so, als sollte die Ostseehalle plötzlich nicht mehr Ostseehalle heißen... Ach, heißt sie ja auch nicht mehr. Die meisten Kielerinnen und Kieler sind mit der Zeit darüber hinweggekommen und haben sich an die Sparkassen-Arena gewöhnt. So wird es auch mit der Kiellinie sein. Es braucht nur etwas Zeit.

Der Umbenennung des Hindenburgufers ist ein langer, niveauvoller Diskussionsprozess vorangegangen. Die Bürgerinnen und Bürger konnten sich daran beteiligen und haben es vielfach getan. Am Ende muss eine Entscheidung stehen. Die trifft die Mehrheit in der Ratsversammlung. Selbst wer die Entscheidung nicht teilt, muss respektieren: Hier ist alles fair und mit rechten Dingen zugegangen. Der Überzeugung, dass der Name Hindenburg der Stadt Kiel nicht (mehr) zur Ehre gereicht, kann man ohne Weiteres sein. Wenn die politische Mehrheit in der Ratsversammlung in Verantwortung für die Stadt zu dieser Überzeugung kommt, muss sie den Namen ändern. So einfach ist das.

Im Übrigen: Wer schon als Kind auf der Spiellinie der Kiellinie getobt hat, dem wird der Gedanke an die Neubenennung nicht lange fremd sein. Das ist doch die Kiellinie! Vertraute Flaniermeile, vertrauter Name.

Mehr zum Thema

Nach monatelanger Debatte ist das Aus für das Hindenburgufer in Kiel jetzt beschlossene Sache. Die schönste Promenade der Landeshauptstadt wird in Kiellinie umbenannt. SPD, Grüne und Linke haben im Bauausschuss gegen die Stimmen der CDU für die Umbenennung der Flaniermeile votiert. Einig waren sich die Mitglieder, den Namen des ehemaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg aus der Liste der Ehrenbürger zu streichen.

Günter Schellhase 14.01.2014

Im Zuge der Kieler Debatte um das historische Vermächtnis Paul von Hindenburgs schlägt die Stadtverwaltung vor, dem ehemaligen Reichspräsidenten endgültig die städtische Ehrenbürgerwürde abzuerkennen. Ob parallel dazu auch das Hindenburgufer einen neuen Namen bekommt, soll die Politik bis Februar kommenden Jahres entscheiden.

Paul Wagner 24.10.2013

Noch immer beschäftigt eine mögliche Umbenennung des Kieler Hindenburgufers viele Menschen in der Landeshauptstadt. Große Teile der Ratsversammlung streben einen neuen Namen für Kiels Vorzeige-Promenade an – Privatleute und Initiativen werben für dessen Beibehaltung. Mit einer Unterschriftenaktion will die Junge Union eine Umbenennung verhindern.

Paul Wagner 04.07.2013