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Meinungen "Kiel muss Verkehrswende ankurbeln"
Mehr Meinungen "Kiel muss Verkehrswende ankurbeln"
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06:19 24.01.2020
Von Niklas Wieczorek
Niklas Wieczorek kommentiert. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

In den 60-ern wurde mit Kiel-Mettenhof ein Stadtteil angelegt, in den man auch noch heute direkt von der Autobahn gelangen kann. Doch autogerechte Stadtplanung ist 60 Jahre später gestriger denn je. Vor allem der Klimawandel verlangt schreiend nach einer Verkehrswende: Genau die muss eine Stadt heute ankurbeln. Und Kiel macht das gar nicht so schlecht.

Sicher: Es wird für Autofahrer immer schwieriger, einen Parkplatz zu finden. Das liegt aber nur zum Teil daran, dass Fahrradbügel aufgestellt werden, wie Kritiker gern polemisieren. Die Statistiken zeigen auch: In Kiel gibt es immer mehr Autos – obwohl die Einwohnerzahl zuletzt zurückging. Dafür ist niemand im Rathaus verantwortlich. Die Verwaltung sorgt sich stattdessen sogar um die Fahrer alter Diesel. Selbst Absaugcontainer auf dem Radweg am Theodor-Heuss-Ring sind möglich – nur um Fahrverbote zu verhindern.

Hier finden Sie die Ergebnisse unserer Online-Umfrage zum Thema Parken in Kiel.

Kieler Verkehrswende: "Autofeindlichkeit sieht anders aus"

An der Verkehrswende arbeitet Kiel unterdessen Schritt für Schritt: Fahrradspuren, Hybrid-Busse, Velorouten, die Stadtbahn. Dass Autos in diesen Plänen eine kleiner werdende Rolle spielen, ist zeitgemäß. Auch, dass endloses freies Parken auf dem Wilhelmplatz überprüft wird, ist angemessen. Übrigens öffnet nebenher auch ein ZOB-Parkhaus, das noch viel zu wenige ansteuern. Autofeindlichkeit sieht wahrlich anders aus.

Die Stadt ist um die Herausforderung nicht zu beneiden, die Verkehrswende zu moderieren. Sie muss zum Umstieg motivieren – ihn aber nicht mit Verboten erzwingen. Die Verantwortlichen wissen: Auf Autos sind weiterhin viele Menschen angewiesen. Ein verbrieftes Recht auf einen kostenfreien Parkplatz im öffentlichen Raum haben sie allerdings nicht.

Lesen Sie hier auch den Kontra-Kommentar zu Frage, ob Kiel genug für Autofahrer tut.

An vielen Stellen werden Parkplätze geopfert, um Raum für Fahrradständer, Blumenkübel, Gehwegplatten oder andere grausame „Stadtmöblierungen“ zu schaffen. Das ergibt keinen Sinn, meint Florian Hanauer in seinem Kontra-Kommentar.

Florian Hanauer 24.01.2020

Wenn aus verbalen Gemetzeln Straftaten werden, wenn Hochsitze zerstört werden, in Flammen aufgehen oder Leitersprossen angesägt werden, kann es keine zwei Meinungen geben. Sondern nur die Botschaft: null Toleranz für gefährlichen Vandalismus, schreibt Sibylle Haberstumpf in ihrem Kommentar.

Sibylle Haberstumpf 23.01.2020

Die Sportart Handball gilt gemeinhin als eine der fairsten. Die Aussagen von Daniel Stephan passen da so gar nicht ins Bild. Der kritisierte Handball-Bundestrainer Christian Prokop hat Unterstützung verdient, findet unser Sportchef Alexander Hahn.

Alexander Hahn 22.01.2020