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Meinungen S. Müller: Gegen die Bequemlichkeit
Mehr Meinungen S. Müller: Gegen die Bequemlichkeit
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12:30 27.02.2020
Von Steffen Müller
Steffen Müller kommentiert die Debatte um Mehrwegbecher in Kiel. Quelle: Ulf Dahl / Frank Peter

Acht Millionen Wegwerf-Kaffeebecher pro Jahr, 22.000 pro Tag, 913 pro Stunde – laut Statistik des Umweltamtes haben die Kielerinnen und Kieler einen enormen Verbrauch an Einwegbechern. Der Versuch von Bäckereien und Cafés, ein stadtweites einheitliches Pfandsystem einzuführen, ist mit Blick auf diese Zahlen mehr als lobenswert. Dass das Projekt nun nach gerade einmal einem halben Jahr zum Scheitern verurteilt zu sein scheint, ist sehr bedauerlich. Die Gründe für das drohende Aus sind vielfältig, einen Hauptschuldigen gibt es nicht.

Steuer auf Einwegbecher als letzter Schritt

Auch wenn es in Bäckereien oft hektisch zugeht, sollten sich die Verkäufer die Zeit nehmen, ihre Kunden über die Mehrwegbecher zu informieren. Und auch die Stadt ist in der Pflicht, schließlich hat sie den Bäckerei- und Café-Betreibern bei der Einführung von „Tobego“ Unterstützung zugesagt. Doch das Geld für die Werbe-Kampagne – dem Umweltamt sollen 1500 Euro zur Verfügung stehen – ist bei weitem nicht genug. Eine Steuer auf Einwegbecher könnte eine Lösung sein, allerdings muss solch eine Maßnahme gut durchdacht sein. Ein Mehrweg-Zwang durch eine Preiserhöhung bei Verpackungen sollte erst der letzte Schritt sein.

Viel wichtiger ist es, Kunden aufzuzeigen, dass ein Pfandbecher keinen großen Mehraufwand bedeutet. Diese Anstrengungen müssen dann aber auch honoriert werden, der Kaffeetrinker muss sich hinterfragen, ob sein Konsumverhalten angemessen ist und er die Bequemlichkeit des Wegwerfbechers über den Umweltschutz stellen kann.

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