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Meinungen Stephan Ures zu Legasthenie
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09:02 16.05.2018
Von Stephan Ures
Stephan Ures ist Redakteur bei der Segeberger Zeitung. Quelle: Ulf Dahl
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Bad Segeberg

Und auch wenn es wohl einige Zeitgenossen gibt, die Legasthenie eher für eine Ausrede als für eine Diagnose halten: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in ihrem Katalog „ICD-10“ Lese-, Rechtschreib- und Rechenstörungen offiziell klassifiziert. Damit gehören sie zu „Krankheiten und verwandten Gesundheitsproblemen“. Grund genug also, Menschen, die darunter leiden, damit nicht allein zu lassen.

Doch das scheint schwieriger als gedacht. Selbst der Bundesverband für Legasthenie und Dyskalkulie weiß nicht sonderlich genau, wie viele Leute er eigentlich vertritt: Nach seinen Angaben sind „drei bis acht Prozent der Kinder und Erwachsenen“ in Deutschland von Legasthenie betroffen – ein Unterschied, der eben mal ein paar Millionen Menschen ausmacht und damit eine ganz eigene Form von Rechenschwäche. Der Dachverband Legasthenie Deutschland unterscheidet zudem noch streng zwischen Schwäche (erworben) und Störung (angeboren). Kein Wunder also, dass Schulen, Jugendämter und Sozialleistungsträger sich schwer tun mit Legasthenikern und dem, was diese eigentlich bräuchten – das zeigt ein Fall aus dem Kreis Segeberg. Der Staat kann und darf nicht alles regeln. Aber wo Hilfe nötig ist, sollte er eine Hand reichen, gerade und vor allem, wenn es um Kinder in der Lernphase ihres Lebens geht.

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