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Meinungen Thomas Geyer zum Vereinsverbot der Kieler Hells Angels
Mehr Meinungen Thomas Geyer zum Vereinsverbot der Kieler Hells Angels
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08:54 27.02.2014
Von Thomas Geyer
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Das Oberverwaltungsgericht in Schleswig berücksichtigte bei seiner wenig überraschenden Absegnung des Vereinsverbots in erster Linie Gewalttaten im Rahmen des Rockerkrieges, den sich die Hells Angels vor vier Jahren mit den verfeindeten Bandidos auf offener Straße geliefert hatten. Hier lag der Gruppenbezug besonders deutlich auf der Hand.
Dass sich Hells Angels damals schon von einem zufällig beim Fitness-Training entdeckten Bandido-Logo auf dem Handy-Display eines Sympathisanten zu Messerstichen provozieren ließen, zeigt die herausragende Bedeutung von Symbolen in der Rockerszene. Da ist das Verbot solcher Schlüsselreize nur konsequent. Mit Kutte und Abzeichen geht den Rockern beider Lager viel von ihrer Identität verloren. Und von ihrer öffentlich zur Schau gestellten Bedrohlichkeit. Für Hells Angels und Bandidos ein schmerzlicher Verlust von Macht und Ehre, für die Bevölkerung fürs Erste beruhigend. Doch für Strafverfolger kein Grund, sich entspannt zurückzulehnen: Viele Aktivitäten laufen unauffällig weiter. Die nächsten Charters und Chapters sind schon gegründet, die passenden Vereinsheime ins Visier genommen.