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Meinungen Ulf B. Christen zur Zusatzstunde
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14:00 31.05.2019
Ulf B. Christen kommentiert die Zusatzstunde für Grundschüler. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Schulministerin Karin Prien lässt normalerweise nichts anbrennen. Um so überraschender ist ihr Blindflug bei der Zusatzstunde für die Grundschulen. Fast ein Jahr nach dem Start des Millionenprojekts hat die Ministerin keinen Überblick darüber, wie die Schulen die Hilfsmaßnahme umsetzen. Das verstärkt den seit Jahren kursierenden Verdacht, dass das Bildungsministerium mit mehr als 200 Mitarbeitern sich wenig für den Schulalltag interessiert.

Im aktuellen Fall ist die ministerielle Unwissenheit aus zwei Gründen brisant. Zum einen ist es nach Einschätzung von Lehrergewerkschaften mehr als zweifelhaft, dass Prien ihr Versprechen von einer zusätzlichen Schulstunde für die ersten Klassen einlösen kann. Zum anderen dürfte die Unklarheit dazu führen, dass der Ministerin eine lebhafte Debatte über die Verwendung der Zusatzstunde ins Haus steht.

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Unter Schulpolitikern ist es nämlich umstritten, ob ABC-Schützen lieber länger die Schulbank drücken sollen oder im bisherigen Unterricht intensiver betreut werden. Vieles spricht für den Weg, den offenbar zahlreiche Schulen gehen. Sie schicken zwei Lehrkräfte etwa in eine Deutschstunde oder teilen die Klasse in Gruppen, um Schüler besser zu fördern.

Unter dem Strich haben diese so zwar nicht mehr Deutschunterricht wie bisher, machen aber größere Lernfortschritte. So oder so: Prien muss endlich ihre Hausaufgaben machen und dann erklären, wie die zusätzlichen Steuergelder in den Grundschulen eingesetzt werden.

Von Ulf B. Christen

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Michael Kluth 29.05.2019
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