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Meinungen Ulf Christen zur Impfung gegen Masern
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10:00 21.03.2019
Von Ulf Billmayer-Christen
Foto: Ulf Billmayer-Christen
Ulf Billmayer-Christen ist Landeshauskorrespondent der Kieler Nachrichten Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Auch bei der Schuleingangsuntersuchung wird der Impfstatus geprüft. Das letzte Wort haben bisher die Eltern. Mehr als 90 Prozent handeln verantwortungsvoll und schützen ihre Kinder. Der Rest scheint gegen jedes gute Argument immun zu sein.

Genau deshalb setzt Sozialminister Heiner Garg mit seiner Forderung nach einer Impfpflicht die Nadel an der richtigen Stelle an. Das gilt insbesondere für eine Zwangsimpfung gegen Masern. Gerade bei dieser gefährlichen Krankheit reicht die bisherige Impfrate von 94 Prozent nicht aus, weil damit von rund 25000 Kindern eines Jahrgangs 1500 nicht geschützt sind. Diese Risikogruppe ist zu groß, um eine Epidemie sicher verhindern zu können.

Dass ausgerechnet ein FDP-Minister einen solchen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte fordert, ist nur auf den ersten Blick überraschend. Garg ist nämlich von Herzen auch Sozialpolitiker und damit für einige Bundesliberale ein rotes Tuch. Umso erfreulicher ist, dass der Minister aus allen Fraktionen jenseits der AfD Beifall bekommt. Damit besteht die Hoffnung, dass die guten Argumente aus Schleswig-Holstein in der bundesweiten Impfdebatte Gehör finden und zumindest der Kampf gegen Masern entschiedener als bisher geführt wird.

Jürgen Küppers 21.03.2019
Christian Hiersemenzel 20.03.2019
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