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Meinungen Ulf B. Christen zum Scan-Projekt
Mehr Meinungen Ulf B. Christen zum Scan-Projekt
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11:00 27.12.2018
Von Ulf Billmayer-Christen
Ulf Billmayer-Christen Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Die Regierung möchte Schleswig-Holstein einerseits zum Digitalisierungsland Nummer eins machen und lässt andererseits die Steuerdaten mit LKWs zum Scannen quer durch Deutschland karren. Mit dieser Analog-Aktion macht sich die Regierung lächerlich.

Das schräge Projekt ist zugleich ein Beleg dafür, dass die billigste Lösung eines Problems nicht immer die beste ist. Für etwas mehr Geld hätte das Land Schleswig-Holstein sich ein eigenes Digitalzentrum zulegen können – und zwar samt Hochleistungsscannern, die mit anderer Software auch jenseits der Steuern einsetzbar wären. Die Chance für eine solche Investition in die digitale Zukunft ist vertan. Schade.

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Einen Trost gibt es. Die Kurierfahrten nach Karlsruhe dürften nur eine Übergangslösung sein, weil immer mehr Schleswig-Holsteiner ihre Steuererklärung online abgeben. Zwei von drei Steuerbürgern nutzen bereits das Programm Elster. Die Regierung sollte dafür stärker als bisher werben und so das Ende des Papier-Ära beschleunigen.

Die Regierung wäre zudem gut beraten, Analog-Bürgern zu helfen, etwa in den geplanten „Digitalisierungsknotenpunkten“. In diesen Beratungsstellen könnten Finanzbeamte nach dänischem Vorbild beim Ausfüllen der Steuererklärung zur Seite stehen. Das wäre zumindest ein kleiner Schritt auf dem noch weiten Weg Schleswig-Holsteins zu einem Digitalisierungsland.

Niklas Schomburg 23.12.2018
Michael Kluth 22.12.2018
Ulf Billmayer-Christen 22.12.2018