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Meinungen Ulrich Metschies: Contra Impfberatung
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19:35 26.05.2017
Von Ulrich Metschies
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Was soll es bringen, Kitas zu zwingen, Eltern beim Gesundheitsamt anzuschwärzen, die sich der Beratungspflicht entziehen? Dann werden diese Eltern eben die Beratung über sich ergehen lassen, um an der Geldbuße vorbeizukommen. Werden sie danach ihre Entscheidung überdenken? Kaum.

Aus gutem Grund gibt es bei uns keine Impfpflicht. Nicht nur abgedrehte Alternativmediziner halten das Impfen für problematisch, vor allem, wenn es als Flächenangriff auch gegen Krankheiten mit geringer Komplikationsgefahr praktiziert wird. Es besteht das Risiko, dass Impfungen beteiligt sein könnten an der Entwicklung von Allergien oder Autoimmunkrankheiten. Anders als Schulmedizin und Pharmaindustrie suggerieren, ist Impfen eben nicht der Königsweg zur Förderung der Volksgesundheit. Wer das anders sieht, macht sich verdächtig, die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit höher zu bewerten als die Herdenimmunität. Entsprechend groß ist schon jetzt der Druck auf Eltern. Da brauchen wir nicht auch noch eine Impfpolizei.

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Ein Staat, der das Rauchen, das Schnaps trinken und eine vor Zucker und Fett strotzende Ernährung toleriert – und das ganz ohne Zwangsberatung – der muss seinen Bürgern auch die Freiheit lassen, eigenverantwortlich eine Impfentscheidung zu treffen. Ja: Menschen, die nicht impfen wollen, kann die Obrigkeit Aufklärung entgegenhalten. Kitas aber zu zwingen, sie zu verpetzen, ist Aktionismus, der ein Klima des Misstrauens schürt, ohne die Impfrate zu erhöhen.

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