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Meinungen Ulrich Metschies zu Filialschließungen
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09:00 21.08.2018
Von Ulrich Metschies
Ulrich Metschies
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Kiel

Mehr als 10000 Zweigstellen sind seit der Jahrtausendwende dem Rotstift zum Opfer gefallen – mehr als ein Viertel des damaligen Bestandes. Nachdem zunächst vor allem die privaten Branchengrößen ihr Netz strafften, ziehen nun die Institute nach, die besonders mit Regionalität punkten wollen: die Sparkassen und genossenschaftlichen Volks- und Raiffeisenbanken.

Die Schließung und Zusammenlegung von Filialen ist für ältere Kunden in strukturschwachen Regionen ein Schlag – für die wachsende Zahl digital-affiner Menschen jedoch nicht mehr als eine Randnotiz. Machen wir uns nichts vor: Die Bankfiliale ist ein Auslaufmodell, das sich eine unter Kostendruck und Ertragsproblemen ächzenden Branche nur noch begrenzt leisten kann. Auch die stylishe „City-Filiale“, mit der die Commerzbank auf veränderte Nutzungsgewohnheiten reagiert, wird den Trend langfristig nicht stoppen können.

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Sicher: In manchen Lebensphasen wird jeder Mensch auch zukünftig eine persönliche Beratung brauchen – etwa beim Hauskauf oder bei der Gründung eines Unternehmens. Da können die Banken mit Qualität punkten – nicht mit einem teuren Zweigstellennetz. Und wenn der Kunde nicht zum Berater kommen kann? Dann kommt eben der Berater zum Kunden. Das ist allemal billiger, als in bester Lage auf Besucher zu warten.

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