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Meinungen Ulrich Metschies zur Shopping-Debatte
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08:43 03.10.2019
Von Ulrich Metschies
Ulrich Metschies ist Wirtschaftsredakteur der Kieler Nachrichten. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Wissen Sie schon, was Sie vorhaben am Tag der Deutschen Einheit? Vielleicht den Erinnerungen nachspüren? Auch 30 Jahre danach wissen viele noch genau, was sie damals gemacht haben, als die Mauer fiel. Vielleicht wollen Sie auch vom prallen Programm kosten, das die Landeshauptstadt als bundesweit zentraler Feierort auf die Beine stellt.

Oder Sie schauen nach neuen Schuhen, einem coolen Badezimmerschrank und testen mal das iPhone 11 pro. Geht alles, denn zur Feier des Tages macht Kiel ganz groß auf. Die Republik feiert die Wiedervereinigung – und Kiel lockt mit Kommerz. Ob man das gut findet oder nicht, ist Ansichtssache. Wenn mehr als eine halbe Million Gäste nach Kiel strömen, dann ist das natürlich ein enormer Anreiz, die Geschäfte zu öffnen. Und keinem Händler, der diese Chance ergreift, sollte man einen Vorwurf machen.

Verkaufsoffener Feiertag in Kiel: Nicht reflexartig auf Verlockungen reagieren

Doch viel spricht dafür, diesen besonderen Tag nicht mit Konsum zu vermischen – gerade in einer Zeit, in der Nachhaltigkeit zur Überlebensfrage geworden ist. Dies ist weder ein Aufruf zum Boykott der Ladenöffnung noch grauer Verzichts-Appell. Für künftige Generationen ist es aber existenziell wichtig, dass wir unsere Kaufentscheidungen bewusst treffen und nicht reflexartig auf Verlockungen reagieren. Und genau hier liegt der Webfehler des verkaufsoffenen Feiertags: Für den Handel lohnt er sich nur, wenn er Umsatz nicht verschiebt, sondern mehr Umsatz schafft. Dass Erlös-Zuwächse auf Kosten der Online-Konkurrenz gehen, ist eine vage Hoffnung – mehr nicht.

Wahrscheinlich haben die Unterzeichner des mutigen Antrags zum kommenden Grünen-Parteitag eines Vollverschleierungsverbots sogar Recht. Aber: So lange voll verschleierte Frauen ihre Religion und deren freiwillige Befolgung ins Feld führen, helfen Verbote wenig, kommentiert Jürgen Küppers.

Jürgen Küppers 01.10.2019

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