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Meinungen Ulrich Metschies zu Tischreservierungen
Mehr Meinungen Ulrich Metschies zu Tischreservierungen
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10:07 29.01.2019
Von Ulrich Metschies
Ulrich Metschies ist Wirtschaftsredakteur der Kieler Nachrichten Quelle: Ulf Dahl
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Heikendorf

Lange galt dieses unfaire Verhalten vor allem als Problem der Sterne-Gastronomie. Doch das Beispiel des „Kiek ut“ aus Heikendorf zeigt, dass das unangekündigte Nichterscheinen trotz Buchung inzwischen auch die Kalkulation „ganz normaler“ Ausflugsrestaurants ins Wanken bringen kann.

Personal, frische Zutaten – alles ist geplant, sogar Reservierungsanfragen wurden abgelehnt, weil ja alles belegt ist. Und dann kommen die Gäste nicht, für die der Tisch gedeckt wurde: Dass ein Gastronom da gegensteuert, ist verständlich. Die Frage ist nur, ob die Pflichtangabe der Kreditkartendaten zur unkomplizierten Abbuchung von Stornokosten ein geeignetes Mittel ist. Rein sachlich liegen die Vorteile auf der Hand. Eine Art Kaution per Kreditkarte ist allemal leichter zu handhaben als der Kauf von Wertgutscheinen oder eine Anzahlung im Briefumschlag.

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Doch emotional könnte die Maßnahme nach hinten losgehen. Die Abfrage der Kartendaten stellt den Kunden nicht nur unter Generalverdacht. Sie degradiert auch den Vorgang des Tisch-Reservierens zu einem Akt, der so unpersönlich ist wie das Bestellen von Konzerttickets im Netz. Viele Gäste dürfte das verschrecken.

Letztlich haben wir Kunden in der Hand, wo die Reise hingeht. Rechtzeitig absagen ist nicht nur einfach, sondern auch fair.

Mehr zum Thema: Reservierung nur gegen Kreditkarte

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Christin Jahns 28.01.2019
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