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Meinungen Ulrich Metschies zu den Ican-Vorwürfen
Mehr Meinungen Ulrich Metschies zu den Ican-Vorwürfen
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11:00 20.11.2018
Von Ulrich Metschies
Ulrich Metschies Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Es sind schwere Vorwürfe, die die Anti-Atomkampagne Ican erhebt und die mit der provozierenden Zuspitzung im jüngsten „Neomagazin Royal“ die Debatte um die soziale Verantwortung von Banken erneut anheizen.

Institute müssen sich an ihrem Anspruch messen

Dass private Geldhäuser wenig Skrupel bei der Auswahl ihrer Investments haben, solange die Rendite stimmt, ist längst kein Aufreger mehr. Doch die Sparkasse oder Volksbank um die Ecke muss sich an strengeren Maßstäben messen lassen, schließlich werben beide Finanzgruppen offensiv mit einem ausgeprägten Sinn für das Gemeinwohl.

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Aber was ist dran, an den Vorwürfen von Ican? Zunächst muss man festhalten, dass die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Organisation nie behauptet hat, dass einzelne Regionalinstitute Geld in Atomwaffen stecken. Die Argumentationskette führt stets über große und international agierende Partnerunternehmen im jeweiligen Finanzverbund.

Anleger sollten nach Alternativen fragen

Und da fällt es den Verbänden und Instituten schwer, die Kritik zu glaubhaft kontern. Das Problem liegt in der engen Verzahnung unseres Finanzsektors mit einer Masse an Geldströmen, die niemand bis ins letzte Detail nachverfolgen kann. Doch schon ein Blick in die Fondsprospekte zeigt, dass Fonds von Deka (Sparkassen) oder Union Investment (Volksbanken) in Firmen mit bedeutsamem Rüstungsanteil investieren. Ändern kann sich das nur, wenn Anleger offensiv nach Alternativen fragen und Banken maximal transparent informieren.

Heike Stüben 19.11.2018
Michael Kluth 19.11.2018