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Meinungen Ulrich Metschies zu den Provinzial-Protesten
Mehr Meinungen Ulrich Metschies zu den Provinzial-Protesten
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00:16 08.12.2012

Doch statt die verunsicherten Mitarbeiter fair zu informieren, ducken sich die Eigentümer weg – aus Angst, den Interessenten zu verprellen und damit die Chancen auf einen Milliarden-Deal zu verspielen.

Geheimniskrämerei kann nie eine Lösung sein. Hier schon gar nicht. Schließlich geht es um den Verkauf eines öffentlichen Unternehmens. Die Provinzial gehört weder einer privaten AG noch irgendeiner profitmaximierenden Investmentgesellschaft, sondern den Sparkassen und Kommunen. Für sie gibt es Gründe genug, klar gegen einen Verkauf Position zu beziehen. Die Provinzial zu versilbern, hieße nicht nur, Arbeitsplätze in großer Zahl zu gefährden und einen zuverlässigen Renditebringer aufzugeben, sondern auch, kulturelles und gesellschaftliches Engagement in der Region aufs Spiel zu setzen: Eine Allianz dürfte sich kaum der Unterstützung von Breitensport, Bahnhofsmission oder Freiwilligen Feuerwehren verpflichtet fühlen.

Doch noch ist es ja nicht so weit. Der erbitterte Widerstand von Politik und Mitarbeitern gegen einen Verkauf kann die öffentlichen Eigentümer nicht kalt lassen. Ein feindliche Übernahme würde das Image der Marke Provinzial derart beschädigen, dass an so einem Handel letztlich niemand Freude hätte.