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Meinungen Ulrich Metschies zum Comeback der Dose
Mehr Meinungen Ulrich Metschies zum Comeback der Dose
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10:00 20.04.2019
Von Ulrich Metschies
Ulrich Metschies kommentiert die Rückkehr der Getränkedose. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Trotz fragwürdiger Umweltbilanz wurden im vergangenen Jahr wieder mehr als drei Milliarden Dosen verkauft. Die Flut von Einwegverpackungen eindämmen – das war das Hauptziel des damaligen grünen Umweltministers Jürgen Trittin, der sich mit seiner Novelle der Verpackungsverordnung zum Schrecken der Dosenlobby machte. Inzwischen ist der Effekt von Pfand und Rücknahmepflicht verpufft: Nach einem kurzen Dämpfer geht der Einwegwahn weiter.

Die Gründe für das Dosencomeback sind vielfältig. Das bunte Alu-Behältnis ist hip, praktisch, stabil und trotz Pfand in der Regel viel zu billig: No-Name-Bier oder Billig-Energie-Drinks sind schon für zweimal Pfand zu haben. Damit ist die Dose vor allem für junge Käufer attraktiv.

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Solange Spaß und Coolness-Faktor im Vordergrund stehen und von den Marketing-Profis der Getränkeindustrie auch noch kräftig befeuert werden, wird sich daran nicht viel ändern. Doch allzu optimistisch sollten die Dosenhersteller nicht in die Zukunft blicken, denn der Klima-Protest könnte der Branche das Geschäft vermasseln. Immer mehr junge Menschen erkennen, dass die Dose eben nicht so cool ist. Die Politik darf gerne helfen, umweltfreundliche Verpackungen voranzubringen – durch mehr Aufklärung und ein Mehrwegsystem, das Kunden nicht länger zwingt, mehrere Märkte anzusteuern, um auch noch die letzte leere Flasche loszuwerden.

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