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Meinungen Ulrich Metschies zum TKMS-Auftrag
Mehr Meinungen Ulrich Metschies zum TKMS-Auftrag
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08:00 03.01.2019
Von Ulrich Metschies
Ulrich Metschies kommentiert den TKMS-Auftrag. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Es passiert nicht oft, dass Unternehmen aus Schleswig-Holstein einen Milliarden-Auftrag hereinbekommen. Und so würde man den fast 3000 Beschäftigten von Thyssenkrupp Marine Systems in Kiel gerne gratulieren zum grünen Licht aus Berlin für den Bau der ersten von zwei Fregatten im Auftrag der Marine Ägyptens. Stückpreis: rund 500 Millionen Euro. Natürlich wäre es schön, wenn sich Tausende ehemaliger HDW-Arbeitsplätze auch heute noch durch den Bau von Fähren, Containerschiffen oder Fruchtsafttankern sichern ließen. Doch Fakt ist nun einmal, dass in erster Linie der Militärschiffbau die Kieler Werftkapazitäten auslastet – einschließlich eines engmaschigen Netzes an Zulieferern.

Doch in die Genugtuung darüber, dass diesmal nicht die erfolgsverwöhnten Franzosen zum Zug kamen, sondern der heimische Schiffbau, mischt sich Bauchgrimmen. Nicht nur, weil die Bundesregierung ihrer umstrittenen Linie treu bleibt, Waffenlieferungen an autoritär agierende Regierungen zu genehmigen, wenn sie als regionale Partner gelten. Sondern auch, weil die Große Koalition erneut eiskalt das Versprechen bricht, keine Waffen mehr an Staaten zu liefern, die direkt am Jemenkrieg beteiligt sind.

Aber selbst, wenn man die Themen Menschenrechte und Aufrüstung von Krisenregionen ausklammert: Geschäfte mit zweifelhaften Partnern taugen nicht als Sicherheit für Jobs. Die Lürssen-Werft kann ein Lied davon singen. Sie durfte Patrouillenboote für Saudi- Arabien bauen, doch nach dem Mord an Jamal Khashoggi liegt deren Ausfuhr auf Eis.

Das furchtbare Zugunglück in Dänemark sollte uns allen eine Lehre sein, meint Christian Longardt. Es ist im Zweifel besser, einmal mehr eine Brücke komplett zu sperren als einmal zu wenig.

Christian Longardt 02.01.2019

Die Auftragsbücher sind voll, die Firmen in Schleswig-Holstein wollen noch mehr Beschäftigte einstellen. Das wird nur gelingen, wenn die der Politik es schafft, die europäischen und globalen Zentrifugalkräfte wieder in den Griff zu bekommen, meint Ulrich Metschies.

Ulrich Metschies 02.01.2019

Das neue Teilhabechancengesetz eröffnet Langzeitarbeitslosen endlich eine Perspektive, mein Karen Schwenke. Damit die Umsetzung gelingt, ist aber vor allem auf Seiten der Arbeitgeber Zeit, Geduld und Herz nötig.

Karen Schwenke 02.01.2019