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Meinungen Uta Wilke zu den Steuerschulden
Mehr Meinungen Uta Wilke zu den Steuerschulden
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08:01 02.09.2013
Von Uta Wilke
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Angesichts solcher Außenstände erscheint manch aufgeregte Landtagsdebatte der Vergangenheit, in der es um Kürzungen im fünf- oder sechsstelligen Bereich – sei es bei Frauenhäusern oder Migrantenprojekten – ging, als unnötig und absurd.

Sicher sind unter den säumigen Steuerzahlern etliche Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind. Genauso sicher befindet sich darunter aber auch eine erkleckliche Zahl von Leuten, die meinen, keine oder nicht so hohe Steuern zahlen zu müssen, die sich nicht an die Spielregeln halten wollen und für die Gemeinwohl ein Fremdwort ist. Deshalb ist der Kieler Millionen-Deal so gefährlich. Viele Menschen fühlen sich in ihrem Gerechtigkeitsempfinden verletzt. Der Fall ist dazu angetan, die Steuermoral weiter zu untergraben. Es ist nur logisch, dass jetzt Fragen auftauchen wie: Warum nur er? Warum nur dieses Unternehmen? Warum nicht ich?

Das Steuergeheimnis ist ein hohes Gut, Steuergerechtigkeit aber auch. Vielleicht hätte Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke sich und der Stadt einen größeren Gefallen getan, wenn sie sich einem Sonderausschuss gestellt hätte, statt sich über die Opposition zu empören. Denn solch ein Gremium gibt nicht nur dem politischen Gegner die Möglichkeit zum Angriff. Es bietet auch den Betroffenen die Chance, ihre Position darzustellen und zu überzeugen