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Digital Geldwäsche: Per Video-Ident zum ungewollten Mittäter
Nachrichten Digital Geldwäsche: Per Video-Ident zum ungewollten Mittäter
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12:11 16.08.2019
Das Video-Ident-Verfahren birgt erhebliche Risiken und sollte nur mit großem Bedacht genutzt werden. Quelle: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Egal ob am Notebook oder per Smartphone-App: Das Video-Ident-Verfahren zur Identifizierung beim Eröffnen eines Bankkontos oder bei Abschluss eines Handyvertrags hat sich etabliert. Doch auch Kriminelle können sich bei dem Verfahren bereichern. Sie versuchen, sich von ahnungslosen Job- oder Wohnungssuchenden Bankkonten für illegale Geschäfte bis hin zur Geldwäsche einrichten zu lassen, warnen Landeskriminalamt und Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

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Betrug per Video-Ident: Ideenreichtum kennt keine Grenzen

Unter falscher Flagge inserieren die Betrüger Stellenanzeigen, Immobilien oder suchen Produkttester. Um ihr Ziel zu erreichen, mangelt es den Kriminellen nicht an Erfindungsreichtum: Geht es um Jobs, soll man seine Identität bei einer angeblichen Partnerbank des Unternehmens nachweisen.

Da immer mehr Banken im Rahmen ihres Video-Ident-Verfahrens vor Missbrauch warnen und darauf hinweisen, dass es keine Kooperationen mit Firmen gibt, werden neue Maschen entwickelt: Bei Mietwohnungen wird dem Opfer vorgegaukelt, dass ein Konto für die Mietkaution eröffnet werden soll. Oder angeworbenen Produkttestern wird erzählt, dass sie ein Video-Ident-Verfahren ausprobieren sollen.

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Unabsichtlich zum Geldwäscher

Man sollte sehr gut überlegen, ob man ein Video-Ident durchläuft, warnen Polizei und Verbraucherschützer. Betroffene seien gewichtigen strafrechtlichen Vorwürfen ausgesetzt, wenn illegale Geschäfte unter ihrer geklauten Identität abgewickelt wurden: Die Opfer illegaler Geschäfte wendeten sich mit ihren Ansprüchen zunächst an den Kontoinhaber als vermeintlichen Täter.

Sich dagegen zu wehren, könne sehr mühsam sein, so die Experten. Noch bedrohlicher werde es, wenn das Konto wirklich für Geldwäsche genutzt wird. Betroffenen stellt sich dabei die Frage, ob sie Unregelmäßigkeiten hätten erkennen müssen. Die Leichtfertigkeit könne in diesem Zusammenhang ebenfalls bestraft werden. Wer befürchtet, auf einen Betrug hereingefallen zu sein, sollte sich umgehend an die Polizei und seine Bank wenden.

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So schützen Sie sich:

Um der Falle der Betrüger zu entgehen, geben Polizei und Verbraucherzentrale diese Tipps:

  • Nie ein Video-Ident-Verfahren bei einer Bank nutzen, es sei denn, man möchte dort selbst ein Konto eröffnen.
  • Persönlicher Daten sowie Ausweiskopien und dergleichen nur mit großem Bedacht verschicken
  • Niemals Scans anderer amtlicher Dokumente, Zulassungsbescheinigungen oder ähnliche sensible Informationen wie Gehaltsnachweise oder Bescheinigungen über Kreditwürdigkeit an Unbekannte senden

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