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Hamburg Sturmtief „Niklas“ bringt Sturmflut
Nachrichten Hamburg Sturmtief „Niklas“ bringt Sturmflut
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21:02 31.03.2015
Von Deutsche Presse-Agentur dpa
Baum fiel: In Ammersbek (Kreis Stormarn) ist ein von Orkan "Niklas" entwurzelter Baum auf die Straße gestürzt. Quelle: dpa/Markus Scholz

21 Uhr: Ende des Livetickers

Laut DWD wird das Osterfest in diesem Jahr ungemütlich nass-kalt, aber zumindest ist der Sturm dann wohl kein Thema mehr. Nach dem Abzug von „Niklas“ erreicht Polarluft aus dem Norden Deutschland. Also Ostereiersuchen im Schnee? Soweit will Sprecher Kirchhübel nicht gehen. Allerdings werde das Wetter am Sonntag und Montag bei 2 bis höchstens 13 Grad und häufigen Schauern nicht gerade nach draußen locken. Damit beenden wir unseren Liveticker. Wir danken Ihnen für die Aufmerksamkeit und wünschen einen möglichst ruhigen Abend.

20.55 Nord-Ostsee-Kanal bis in die Nacht gesperrt

Die Ausläufer des Orkantiefs  Niklas haben die Feuerwehren in Kiel sowie in den Kreisen Plön und Rendsburg-Eckernförde stark gefordert. In Kiel zählte die Feuerwehr bis zum Abend rund 30 Sturm-Einsätze. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde mussten die Einsatzkräfte am Nachmittag und Abend 45 vom Sturm ausgelöste Einsätze abarbeiten. Im Kreisgebiet Plön waren es 30. In Lübeck waren gegen 20 Uhr von 35 Einsatz-Meldungen 30 bereits abgearbeitet. Bei 20 Einsätzen drohten Bäume auf Häuser oder die Strasse zu fallen oder lagen bereits auf der Straße. Bei weiteren Einsätzen lagen größere Äste auf der Straße, die durch die Feuerwehr beseitigt werden mussten.

Der Nord-Ostsee-Kanal bleibt bis in die Nacht gesperrt. Die Schleusen in Brunsbüttel werden den Betrieb nach Auskunft der Schiffsmakler erst gegen 2 Uhr wiederaufnehmen. Derzeit beträgt dort die Wartezeit etwa zehn Stunden. In Kiel liegen ebenfalls zahlreiche Schiffe auf Reede vor Holtenau und warten auf die Freigabe.

Bevor sich Sturmtief "Niklas" in Kiel bemerkbar macht, fielen am Morgen einige Zentimeter Schnee.

20.50: Warnung vor leichter Sturmflut an Elbe und Nordsee

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat vor einer leichten Sturmflut an der deutschen Nordseeküste und im Elbegebiet gewarnt. Das Hochwasser in der Nacht zum Mittwoch werde an der Nordseeküste 1,00 bis 1,50 Meter und im Hamburger Elbegebiet um 1,50 Meter höher als das mittlere Hochwasser ausfallen. Damit wäre der Wasserstand an der unteren Grenze, die als Sturmflut gilt. Der Scheitelpunkt wurde in Hamburg-St. Pauli gegen 3.28 Uhr erwartet. In Hamburg wurde damit gerechnet, dass die Elbe über die Kaikante am Fischmarkt schwappt. Die Verkehrsleitzentrale riet Autofahrern, ihre Fahrzeuge nicht auf tiefer gelegenen Parkplätzen abzustellen.

20.15 Uhr: Lage wird ruhiger

Die Feuerwehr Kiel meldet eine Beruhigung der Lage. Im Zugverkehr bleiben einzelne Verbindungen unterbrochen. Die Bahn hat Ersatz organisiert. Die Lage sei in Schleswig-Holstein zwar angespannt, aber nicht so dramatisch wie in Niedersachsen, sagte ein Sprecher.

19.50 Uhr: 350 Sturm-Einsätze in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein mussten die Rettungskräfte wegen des Sturms bis zum Abend rund 350 Mal ausrücken. Die meisten Einsätze gab es im Süden und im Westen des Landes: In den Kreisen Herzogtum Lauenburg und Stormarn waren es knapp 100 Einsätze, im Kreis Pinneberg rund 130 Einsätze, im Kreis Steinburg 50 und in Dithmarschen rund 20, wie die Regionalleitstelle West in Elmshorn mitteilte. In Nordfriesland mussten die Feuerwehren nach Angaben der Rettungsleitstelle Nord in Harrislee zu knapp 30 Sturm-Einsätzen ausrücken. Dabei ging es hauptsächlich um das Beseitigen umgekippter Bäume beziehungsweise lockerer Dachziegel von Gebäuden, sagte ein Sprecher. Menschen wurden den Angaben zufolge nicht verletzt.

19.45 Uhr: Hamburger Feuerwehr zählt fast 500 Sturm-Einsätze

Die Feuerwehr Hamburg zieht Bilanz: Das Sturmtief „Niklas“ hat ihr am Dienstagnachmittag knapp 500 Einsätze beschert. Es seien etliche Bäume auf Straßen, Häuser und Oberleitungen gestürzt, sagte ein Sprecher. Im Stadtteil Eidelstedt wurde das Dach eines Mehrfamilienhauses komplett abgedeckt. Im Holzhafen in Billbrook drohte ein Boot zu sinken. Am frühen Abend kamen immer noch neue Einsätze hinzu, wie der Sprecher sagte. Es sei aber niemand verletzt worden.

19.30 Uhr: Strecke nach Hamburg gesperrt

Das Bahnchaos geht vorerst weiter. Die Strecke von Kiel nach Hamburg ist wegen umgestützter Bäume auf den Gleisen gesperrt. Auch die Züge nach Eckernförde fallen aus. In Richtung Rendsburg werden Busse eingesetzt. Allein auf der Strecke Kiel-Neumünster rollt der Verkehr - mit 15-minütiger Verspätung. Im Park am Schützenwall in Kiel sind Bäume umgestürzt.

18.26 Uhr: Am Bahnhof Kiel

Am Kieler Hauptbahnhof wächst der Unmut bei einigen Fahrgästen, die wegen ausfallender Verbindungen nicht nach Hause und an ihr Ziel kommen. Während einige Fernlinien, wie aus Köln, in Hamburg endeten, ist beispielsweise die Strecke Kiel – Lübeck seit einer Stunde nicht mehr befahrbar. Zunächst meldete die Deutsche Bahn, der Verkehr würde auf dieser Linie bis Preetz fortgesetzt. Doch mittlerweile ist von mehreren umgestürzten Bäumen vor Raisdorf die Rede, die eine Weiterfahrt nach Lübeck unmöglich machen. Fahrgäste werden nun über Hamburg umgeleitet. Auch die Fahrten von Kiel nach Husum und von Kiel nach Rendsburg sind gestrichen. Die Bahn hat Probleme, dort Schienenersatzverkehr zu organisieren.

Schlange vor dem Infostand der Deutschen Bahn: Orkan "Niklas" hält auch den Zugverkehr vom Hauptbahnhof Kiel auf. Foto Modrow Quelle: Bastian Modrow

17.47 Uhr: Nord-Ostsee-Kanal gesperrt

Durch den steigenden Wasserstand und den Sturm wird der Nord-Ostsee-Kanal in Kürze dicht gemacht. Wie das Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel auf Anfrage bestätigte, sind seit 17 Uhr in Brunsbüttel die Schleusen für die Schifffahrt gesperrt. Die Sperrung soll vorerst bis etwa Mitternacht andauern. Damit im Kanal keine Schiffe in Not geraten, wurde auch das Einschleusen von Schiffen in Kiel-Holtenau eingestellt. Dort werden vorerst nur noch Schiffe ausgeschleust.

17.09 Uhr: Zwei Bäume auf einer U-Bahnstrecke

Auf die Hochbahnlinie U1 zwischen Volksdorf und Großhansdorf sind am Dienstag zwei Bäume gestürzt. Ein Zug habe noch rechtzeitig bremsen können, als eine Sturmböe einen ersten Baum in der Nähe von Ahrensburg-West umriss, wie eine Hochbahnsprecherin sagte. Es wurde ein Busersatzverkehr eingerichtet. Als wenig später ein zweiter Baum auf die Strecke fiel, weitete die Hochbahn den Ersatzverkehr mit Bussen und Taxen von Volksdorf bis Großhansdorf aus. Die Hamburger Feuerwehr zählte Dutzende Einsätze. Mindestens zehn Bäume seien vom Sturm ungeknickt worden, hieß es. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wehte Sturmtief „Niklas“ am Nachmittag in Hamburg mit Windstärke 10 in Böen. Das Unwetter werde die Hansestadt bis etwa 20.00 Uhr durchrütteln, sagte eine Sprecherin.

16.41 Uhr: Bahnstrecke Elmshorn – Tornesch frei

Wegen eines Sturmschäden ist am Dienstag der Bahnverkehr zwischen Elmshorn und Tornesch (Kreis Pinneberg) für zwei Stunden gestört gewesen. Es lagen Äste auf den Gleisen, wie ein Bahnsprecher sagte. Die Strecke konnte gegen 14.30 Uhr wieder freigegeben werden. Betroffen war auch der Fernverkehr zwischen Hamburg und Kiel sowie zur Westküste.

Wegen des Sturmtiefs setzte die Bahn die Höchstgeschwindigkeit für Züge in ganz Schleswig-Holstein noch einmal auf 80 Stundenkilometer herab. Zunächst hatte Tempo 140 gegolten.

16.32 Uhr: Fähren bleiben in den Häfen

An der Nordseeküste und auf der Elbe hat das Orkantief auch die Fahrpläne der Fähren durcheinandergebracht: Heftige Böen mit Windstärke 11 bis 12 sorgten dafür, dass die Schiffe von und zu den Nordfriesischen Inseln und Halligen in den Häfen blieben. Auch die Elbfähre Glückstadt-Wischafen pendelte am Nachmittag nicht mehr zwischen den Ufern. Die Fährverbindung zwischen Helgoland und dem niedersächsischen Cuxhaven fiel ebenfalls dem Orkantief bis einschließlich Mittwoch zum Opfer. Auch die schon seit Wochen geplante Eröffnungsfahrt einer Fähre von Büsum nach Helgoland am Mittwoch wurde wegen des Wetters vorsorglich abgesagt, wie eine Sprecherin der Reederei „Cassen Eils“ sagte.

Da der Nord-Ostsee-Kanal wegen des hohen Wasserstandes der Elbe nicht mehr ausreichend entwässert werden kann, wird es am Mittwoch vermutlich zu Einschränkungen im Fährbetrieb kommen, sagte ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes. Der Sylt-Shuttle nahm am Dienstag nur noch Pkw ohne Anhänger mit. Für Pkw mit Anhänger und Lastwagen über 7,5 Tonnen war die Rader Hochbrücke auf der Autobahn 7 (Hamburg-Flensburg) gesperrt. Ebenfalls gesperrt war die Fehmarnsundbrücke für Pkw mit Anhänger und leere Lkw.

16.15 Uhr: Das ist eine Sturmflut

An der Nordseeküste spricht man von einer Sturmflut bei 1,5 bis 2,5 Meter über dem mittleren Hochwasser, an der Ostseeküste bereits bei 1,0 bis 1,25 Meter. Dabei werden einzelne Küstenstraßen überschwemmt. Der mittlere Hochwasserstand liegt etwa 2 Meter über dem Wert Normal Null, der vom mittleren Wasserstand der Nordsee abgeleitet ist. Bei einer schweren Sturmflut an der Nordseeküste erreichen die Wasserstände 2,5 bis 3,5 Meter über dem mittleren Hochwasser – die nordfriesischen Halligen melden dann „Land unter“. Bei einer sehr schweren Sturmflut werden mehr als 3,50 Meter erreicht. An der Ostsee gelten 1,25 bis 1,50 Meter über dem mittleren Hochwasser als mittlere, bis zu 2,00 Meter als schwere und darüber hinaus als sehr schwere Sturmflut.

15.15 Uhr: Sturmflut in St. Pauli erwartet

Am frühen Mittwochmorgen wurde in Hamburg-St. Pauli eine leichte Sturmflut mit einem Wasserstand bis 1,50 Meter über dem normalen Hochwasser erwartet. Am Fischmarkt könnte die Elbe über die Kaikante schwappen. Autofahrer sollten ihre Fahrzeuge nicht auf tiefer gelegenen Parkplätzen an der Elbe abstellen, erklärte die Verkehrsleitzentrale.

14.45 Uhr: Sturm wirbelt Flugplan durcheinander

Das Sturmtief „Niklas“ hat den Flugplan am Hamburger Airport am Dienstag durcheinandergewirbelt. Bis zum frühen Nachmittag wurden vier Ankünfte und drei Abflüge wetterbedingt gestrichen, sagte eine Sprecherin des Flughafens. Die Flugzeuge aus Frankfurt, London und Amsterdam seien gar nicht erst gestartet, darum seien auch die Rückflüge abgesagt worden, hieß es. Weitere Streichungen schloss die Sprecherin nicht aus.

14.00 Uhr: Bahnstrecke bei Elmshorn gesperrt

Wegen Sturmschäden ist am Dienstag die Bahnstrecke zwischen Elmshorn und Tornesch (Kreis Pinneberg) gesperrt worden. Es lägen Äste auf den Gleisen, sagte ein Bahnsprecher. Der Schaden werde derzeit erkundet. Betroffen sei auch der Fernverkehr zwischen Hamburg und Kiel sowie zur Westküste. Die Bahn hoffe, die Strecke schnell wieder freigeben zu können. Für alle Züge in Schleswig-Holstein gelte vorsorglich eine Höchstgeschwindigkeit von 140 Stundenkilometern. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes soll das Sturmtief „Niklas“ am Nachmittag mit orkanartigen Böen über den Norden fegen. Auch Orkanböen mit einer Windgeschwindigkeit von mehr als 120 Stundenkilometer sind möglich.

13.40 Uhr: Was Verbraucher wissen müssen

Sturmschäden an Häusern, Hausrat oder Autos sind in der Regel versichert. Nach Angaben des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) greifen in solchen Fällen Gebäude-, Hausrat- und Kaskoversicherung. Ersetzt werden Sturmschäden ab Windstärke 8 – also ab einer Windgeschwindigkeit von 62 Stundenkilometern.

Nach den Versicherungsbedingungen reicht es meist aus, wenn es vorher eine offizielle Sturmwarnung gegeben hat oder auch Häuser in der Nachbarschaft beschädigt wurden, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Gute Nachricht für Bahnfahrer: Verspätet sich ein Zug wegen Sturmschäden oder fällt sogar aus, bekommen Kunden Geld zurück.

13.30 Uhr: Zu Ostern wird es ungemütlich

Das Osterfest wird in diesem Jahr ungemütlich nass-kalt, aber zumindest ist der Sturm dann wohl kein Thema mehr. Nach dem Abzug von Orkantief „Niklas“ erreicht Polarluft aus dem Norden Deutschland. Also Ostereiersuchen im Schnee? – Soweit würde Meteorologe Lars Kirchhübel vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach nicht gehen. Allerdings werde das Wetter am Sonntag und Montag bei 2 bis höchstens 13 Grad und häufigen Schauern nicht gerade nach draußen locken, sagte Kirchhübel am Dienstag. Aber tagsüber sei es zu mild für Schnee.

Wenn „Niklas“ sich am Mittwoch ins Baltikum davongemacht hat, bleibt es stürmisch, aber es geht nicht mehr so heftig zur Sache. „Tag für Tag wird es weniger“, sagte Kirchhübel. Allerdings bleibt es turbulent mit vielen Schauern und Blitz und Donner.

Erst Karfreitag werde der Wind aber merklich abflauen. Dafür drehe die Strömung auf Nord, Schauer fallen bis ins Flachland als Schnee. Regen- und Graupelschauer könne es überall geben, auch Gewitter seien möglich. In fünf Kilometern Höhe herrschten minus 40 Grad, in Bodennähe Plusgrade, diese Temperaturgegensätze führten zu heftigen Schauern und Gewittern.

Richtig winterlich wird es nach den Erwartungen der Meteorologen nicht, während der Nacht gefallener Schnee dürfte rasch wieder schmelzen. Aber nachts gibt es nicht nur auf den Bergen leichten Frost, und die Straßen können glatt sein.

12.30 Uhr: Sturmtief "Niklas" ist ein Orkan

Sturmtief „Niklas“ ist mit Spitzenböen von rund 150 Kilometern pro Stunde zum Orkan geworden. Es sei einer der stärksten Stürme der vergangenen Jahre, sagte Meteorologe Lars Kirchhübel vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Dienstag. Sein Sturm- und Orkanfeld werde im Lauf des Dienstags weite Teile Deutschlands erfassen. Der DWD gab Unwetterwarnungen für große Teile des Landes heraus. Die Deutsche Bahn stellte den Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen um 11 Uhr ein. Für Hochlagen des Harzes und die Alpen galten Warnungen vor extremem Unwetter. Der Sturm könne Bäume entwurzeln, Gegenstände durch die Luft wirbeln und schwere Schäden an Gebäuden verursachen.

Besonders betroffen waren zunächst Teile von Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. In Nordrhein-Westfalen fuhren am späten Vormittag keine Nahverkehrszüge mehr. Auch im Fernverkehr gebe es wegen Unwetterschäden Störungen, sagte eine Sprecherin.

Extreme Orkanböen wurden laut dem Wetterdienst am Morgen auf der Zugspitze (164 km/h), dem Feldberg im Schwarzwald (151) und auf dem Weinbiet bei Neustadt an der Weinstraße (148) gemessen. Im Flachland habe es verbreitet Orkanböen von mindestens 118 Kilometern pro Stunde gegeben.

Die Stärke von „Niklas“ komme nicht an „Wiebke“ und „Vivian“ heran, die Anfang 1990 verheerende Schäden anrichteten, sagte der DWD-Meteorologe. Und auch Orkan „Christian“ am 28. Oktober 2013 sei mit Böen bis zu 172 Kilometern pro Stunde an der Küste stärker gewesen.

„Niklas“ erreicht den Norden am Nachmittag

Sturmtief „Niklas“ wird Schleswig-Holstein und Hamburg nach Angaben von Meteorologen am Dienstagnachmittag erreichen. Vereinzelt könnten Orkanböen mit 120 Stundenkilometer Windgeschwindigkeit auftreten, sagte Frank Böttcher vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation in Hamburg. Böttcher riet, Wälder zu meiden. Die Böden seien durch den Regen der vergangenen Tage aufgeweicht, gerade Nadelbäume könnten schnell umkippen. Wer schon Blumenkästen mit Stiefmütterchen am Balkon angebracht hat, sollte diese sichern.

Am frühen Mittwochmorgen werde in Hamburg-St. Pauli eine leichte Sturmflut mit einem Wasserstand bis 1,50 über dem normalen Hochwasser erwartet. Am Fischmarkt könnte die Elbe über die Kaikante schwappen.

Verkehr eingeschränkt

 „Niklas“ machte schon am Dienstagmorgen vielen Pendlern das Leben schwer: In Nordrhein-Westfalen hatten Tausende Mühe, zur Arbeit zu kommen. Sperrungen im Bahnverkehr und auf Autobahnen stellten sie vor eine Geduldsprobe.

Mit teilweise extremen Orkanböen erreichte das Tief Bayern. Wegen Sturmschäden wurde die ICE-Strecke zwischen München und Augsburg gesperrt. Es stand nach Angaben eines Bahnsprechers zunächst nicht fest, wann der Verkehr wieder freigegeben werden würde. Am Frankfurter Flughafen kam es wegen des Sturms zu vereinzelten Verspätungen, wie der Betreiber Fraport mitteilte. Eine von drei Startbahnen konnte am Morgen wegen des starken Windes nicht genutzt werden. In Kerpen bei Köln kippte in der Nacht infolge des Sturms ein Kran in einem Kieswerk. Er blieb an einem Hausdach hängen. Der Kranführer erlitt keine Verletzungen. Der Mann musste aber von der Feuerwehr befreit werden, weil sich die Tür des Krans verkeilt hatte.

Auch in den Höhenlagen von Eifel und Hunsrück wütete „Niklas“ am Morgen. Zahlreiche Straßen seien wegen umgestürzter Bäume gesperrt, sagte ein Polizeisprecher in Trier. In Bitburg in Rheinland-Pfalz verursachte der Sturm einen vorübergehenden Stromausfall.

Veranstaltungen werden abgesagt

  • Die Landeshauptstadt hat aufgrund der aktuellen Wetterlage die für 10.30 Uhr geplante Einweihungsfeier auf dem umgestalteten Spielplatz Chemnitzstraße kurzfristig abgesagt. Die Feier wird voraussichtlich nach den Osterferien nachgeholt.
  • Auf dem MFG-5-Gelände werden keine Infotafeln aufgestellt. Die Landeshauptstadt hat den Termin am Vormittag abgesagt. Der Termin wird voraussichtlich nach den Osterferien nachgeholt.
  • Die Schüler der Richard-Hallmann-Schule in Trappenkamp sollten sich am Dienstag zusammen mit Wissenschaftlern des Instituts für Geowissenschaften auf die Geo-Olympiade in Brasilien vorbereiten. Der Termin im Institut für Geowissenschaften in Kiel wurde wegen des Unwetters abgesagt.
  • Auch der Hamburger Dom bleibt am Dienstag geschlossen, teilte die Wirtschaftsbehörde der Hansestadt mit. Besucher der Kirmes und Schausteller müssten geschützt werden.