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Hamburg Impfgegner demonstrieren in Hamburg – Polizei erwartet Großeinsatz
Nachrichten Hamburg

Corona-Demos in Hamburg: Großeinsatz der Polizei bei Impfgegner-Protest

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20:17 17.12.2021
27.11.2021, Hamburg: Teilnehmer einer Demonstration von Corona-Impfgegnern auf dem Glockengießerwall halten ein Transparent mit den Aufschrift „Hände weg von unseren Kindern“. Im Hintergrund ist der Hauptbahnhof zu sehen.
27.11.2021, Hamburg: Teilnehmer einer Demonstration von Corona-Impfgegnern auf dem Glockengießerwall halten ein Transparent mit den Aufschrift „Hände weg von unseren Kindern“. Im Hintergrund ist der Hauptbahnhof zu sehen. Quelle: Georg Wendt
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Hamburg

Angesichts einer weiteren angemeldeten Demonstration Tausender Corona-Impfgegnerinnen und -Impfgegner in der Hamburger Innenstadt und mehrerer Gegenkundgebungen stellt sich die Polizei am Sonnabend auf einen Großeinsatz ein. „Wir sind mit einem recht großen Polizeiaufgebot vor Ort“, sagte Pressesprecher Holger Vehren am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Es sind die ersten größeren Demonstrationen, bei denen aus Infektionsschutzgründen die neue Maskenpflicht gilt.

Veranstalterin kündigt 8000 Teilnehmer an

Die Veranstalterin der Impfgegner-Demo unter dem Motto „Das Maß ist voll – Hände weg von unseren Kindern“ habe 8000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angekündigt. „Wir halten das für realistisch.“

Zu drei Gegenkundgebungen aus dem linken Lager werden laut Polizei knapp 1000 Teilnehmer erwartet. Sie stehen unter dem Motto „Klassenkampf statt Querdenken“ oder richten sich „Gegen Nazis! Gegen Schwurbler*innen! Gegen Querfront“.

AfD begleitet Demo mit „Beobachtern“

AfD-Fraktionschef Dirk Nockemann bezeichnete den Protestzug „Das Maß ist voll“ als Freiheitsdemonstration. Die AfD-Fraktion beschloss eigenen Angaben zufolge auf einer Sitzung einstimmig, die Demonstration mit „parlamentarischen Beobachtern“ zu begleiten. Ein Dokumentationstrupp solle die Parlamentarier unterstützen, um die Großdemonstration, die Gegenproteste und den Polizeieinsatz zu beobachten.

Seit Freitag sind laut Senat auf sämtlichen Versammlungen unter freiem Himmel, unabhängig von der Zahl der Teilnehmer, medizinische Masken zu tragen. Ab 100 Teilnehmern hat die Leitung der Versammlung ein Schutzkonzept zu erstellen. Ab 5000 Menschen kann die Versammlungsbehörde in Abstimmung mit der Gesundheitsbehörde Auflagen erteilen – etwa die Begrenzung der Teilnehmerzahl. Das wird den Angaben zufolge je nach nach epidemiologischer Lage und den räumlichen Bedingungen vor Ort entschieden.

Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt

„Wir gehen davon aus, dass die große Versammlung störungsfrei und friedlich ablaufen wird“, sagte Vehren. „Wir gehen aber auch davon aus, dass die Veranstalterin hinsichtlich der Maskenpflicht auf die Teilnehmer einwirken wird.“ Das mache sie auch bereits im Vorfeld. Sollten einzelne Teilnehmer dennoch ohne Maske demonstrieren, werde die Polizei einschreiten. Es drohe ein Bußgeld von 150 Euro. Auch seien genügend Kräfte im Einsatz, um notfalls auch „viele Leute“ zu kontrollieren, sagte er.

Seit Wochen gehen in Hamburg Impfgegner und Corona-Skeptiker samstags auf die Straße - mit zunehmendem Zulauf. Am vergangenen Samstag versammelten sich in der Innenstadt nach Polizeiangaben rund 8000 Menschen, in der Woche zuvor waren es 5000 – da noch größtenteils ohne Maske.

Für den letzten Sonnabend vor Weihnachten warnte die Polizei wegen der Demos vor Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt. Besucher sollten möglichst mit öffentlichen, schienengebundenen Verkehrsmitteln anreisen. Allen übrigen Verkehrsteilnehmern werde empfohlen, den betroffenen Bereich weiträumig zu umfahren, hieß es.

Von RND/dpa