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Hamburg Corona-Krise trifft Hamburger Tafel schwer: „Viele Familien ins Schleudern geraten“
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Corona-Krise trifft Hamburger Tafel schwer: „Viele Familien ins Schleudern geraten“

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09:46 10.10.2021
Julia Bauer, Vorstandsmitglied der Hamburger Tafel. Die Hamburger Tafel muss immer mehr Bedürftige versorgen.
Julia Bauer, Vorstandsmitglied der Hamburger Tafel. Die Hamburger Tafel muss immer mehr Bedürftige versorgen. Quelle: Markus Scholz/dpa
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Hamburg

Die Hamburger Tafel muss immer mehr Bedürftige versorgen. „Während der Corona-Krise haben viele Menschen ihren Job verloren oder sind immer noch auf Kurzarbeit angewiesen“, sagte Vorstandsmitglied Julia Bauer der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Vor Corona habe das soziale Logistikunternehmen in der Hansestadt im Durchschnitt 30.000 Menschen versorgt, das seien deutlich mehr geworden. „Vor allem viele Familien sind in den vergangenen eineinhalb Jahren ins Schleudern geraten“, sagte Bauer.

Die Hamburger Tafel beliefert 30 Ausgabestellen und rund 70 soziale Einrichtungen, die die Lebensmittel zu Essen verarbeiten und ausgeben. Täglich holen, sortieren und bringen rund 30 bis 35 ehrenamtliche Helfer das Essen für die Bedürftigen. Zu Beginn der Corona-Krise mussten zahlreiche Ausgabestellen schließen, mittlerweile „läuft alles wieder gut“, sagte Bauer. „Es gab ein enormes Engagement der Menschen, das war toll.“

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Vor Corona rund 40 Tonnen Lebensmittel abgeholt und verteilt

So seien in den Stadtteilen Jenfeld, Steilshoop und Schnelsen drei größere neue Ausgabestationen entstanden. Vor der Coronakrise wurden pro Woche etwa 40 Tonnen Lebensmittel abgeholt und wieder verteilt. „Das ist mittlerweile auf das Doppelte angestiegen“, sagte Bauer. Auch das Spendenaufkommen sei während der Corona-Pandemie gestiegen, „aber wir hatten auch exorbitante Ausgaben, die nicht geplant waren“, sagte Bauer. So habe die Tafel kleinere Umbauten zum Schutz der Mitarbeiter vorgenommen und außerdem Masken und Tests kostenlos bereit gestellt.

Größtes Problem für die Tafel sei, dass sie nicht weitläufig planen könnte, „weil wir nie wissen, wie hoch das Spendenaufkommen sein wird“. „An Privatpersonen, die gern helfen wollen, kann ich nur appellieren, Fördermitglied zu werden“, sagte Bauer. Auch kleine Beträge von zum Beispiel fünf Euro im Monat würden bereits enorm helfen. „Eine Fördermitgliedschaft wäre doch auch ein tolles Geschenk zu Weihnachten“, meinte Bauer.

Von RND/dpa