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Hamburg Bankräuber stellt Befangenheitsanträge
Nachrichten Hamburg Bankräuber stellt Befangenheitsanträge
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14:30 17.07.2019
Wie beim Prozessauftakt in Hamburg schaut Michael J. mit einer Sonnenbrille offen in die Kameras der Pressefotografen. Sein Gesicht wolle er nicht verbergen, denn sonst würde ihn die Presse als „feigen Bankräuber“ bezeichnen, erklärt er. Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa
Kiel/Hamburg

Sie habe ihm unter anderem mehrfach das Wort abgeschnitten und ihn zudem eine Erklärung nicht verlesen lassen, begründete der Mann am Mittwoch vor dem Landgericht Hamburg seine drei Anträge. 

Das sei ein „Verstoß gegen Waffengleichheit“, sagte der gebürtige Bayer weiter. Über die Anträge muss die Kammer nun einem Gerichtssprecher zufolge bis zur übernächsten Sitzung - ohne die Mitwirkung der abgelehnten Richterin - entscheiden. Bis dahin werde einstweilen weiter verhandelt.

Drei Banküberfälle und ein Schuss in den Bauch

Der Mann steht wegen schwerer räuberischer Erpressung und versuchten Mordes vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, zwischen 2011 und 2019 drei Banken überfallen und dabei etwa 25000 Euro erpresst zu haben. Bei einem der Überfälle hatte er einen Bankangestellten in den Bauch geschossen. Das hatte der Senior bereits zugegeben, eine Tötungsabsicht aber bestritten.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um Michael J., der in den 1980er-Jahren als „Donnerstagsräuber“ in Norddeutschland für Angst und Schrecken sorgte. Im Januar 2019 wurde er in Kiel-Suchsdorf gefasst. Dort lebte er zuletzt.

Der 70-Jährige aus Kiel legt Wert auf seine Ganovenehre, wie es ein Polizeizeuge beim Prozessauftakt ausgedrückt hat. Er bekennt sich zu seiner Vergangenheit als Bankräuber in den 80er Jahren. In den vergangenen Jahren habe er sehr bescheiden in Kiel gelebt, sei viel Fahrrad gefahren und kaum in Restaurants gegangen. Steuern und Versicherung für sein Auto habe er immer pünktlich bezahlt. Im vergangenen Jahr sei er in Geldnot geraten. Die Grundsicherung habe nicht ausgereicht. „Ich hatte so gut wie kein Geld mehr.“

Bankmitarbeiterinnen äußerten sich zum Überfall

In den ersten Tagen des Prozesses hatte der Angeklagte immer wieder - gefragt und ungefragt - das Wort ergriffen und teils ausschweifend sein Handeln erläutert. Mehrfach hatte ihm die Vorsitzende Richterin deshalb das Wort verboten und ihn gebeten, erst dann zu sprechen, wenn er dran ist.

Am Mittwoch sagten außerdem zwei Bankmitarbeiterinnen aus, die den Überfall mit einem Schwerverletzten im Januar 2017 miterlebt hatten. „Ich war nicht mehr in der Lage eine Bankfiliale zu betreten“, sagte eine heute 57 Jahre alte Angestellte dazu vor Gericht. Nach dem Überfall war sie für mehrere Monate krank geschrieben.

Von dpa/KN

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