Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Hamburg Fahrverbot für 31 Verkehrsrowdys
Nachrichten Hamburg Fahrverbot für 31 Verkehrsrowdys
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:19 19.11.2012
Die Beamten machten mit einem Videowagen 100 Stunden lang Jagd auf Verkehrsrowdys (Symbolfoto). Quelle: dpa
Pinneberg

31 Fahrverbote für Raser und Drängler lautet die traurige Bilanz einer siebentägigen Tempo- und Abstandsüberwachung im Kreis Pinneberg. Dazu kommen noch 14 weitere Anzeigen. Im Schnitt kassierten die Fahnder alle drei Stunden einen Führerschein. Zusammen mit der Anzahl der Verstöße, die am Ende nicht beweissicher festgehalten werden konnten, sowie der unbekannt gebliebenen Fälle sei diese Zahl zu hoch, sagte Sandra Mohr von der Polizeidirektion Bad Segeberg am Montag. Zu hohes Tempo und zu dichtes Auffahren seien die häufigsten Unfallursachen.

Insgesamt machten die Beamten mit einem Videowagen 100 Stunden lang Jagd auf Verkehrsrowdys. Besonders aufgefallen war den Beamten ein 21-jähriger Fahranfänger aus Hamburg. Der wollte offensichtlich seiner Freundin imponieren und drängelte den Videowagen von der Überholspur, der gerade einen „normalen“ Raser verfolgt. Kurz darauf geriet der junge Fahrer in einer scharfen Kurve bei Tempo 170 kurz auf die Gegenfahrbahn. „Sein Glück war, dass er keinen Unfall in der Kurve hatte.“ Die Führerscheinprobezeit des jungen Mannes sollte eigentlich im Mai 2013 ablaufen, dürfte jetzt aber noch etwas ausgedehnt werden, hieß es. Die Bilanz: 240 Euro Bußgeld, vier Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot.

Zwei Monate Fahrverbot, 440 Euro Bußgeld und vier Punkte in Flensburg gab es für einen 20-Jährigen aus Uetersen. Der war bei erlaubten 100 km/h mit 163 Stundenkilometern unterwegs. Den Beamten tischte er später lauter „gute Gründe“ für seine Raserei auf. So wollte er gerade seine Freundin im Krankenhaus besuchen und habe nur einen Lastwagen überholt. Er zeigte erst Nerven, als er hörte, dass er nun zwei Monate zu Fuß gehen muss. Da bat er mit einem Kniefall die Beamten um Nachsicht und gelobte Besserung. Letztendlich vergeblich, denn seinen Führerschein durfte er trotzdem nicht behalten.

Darüber hinaus gab es Anzeigen gegen einige Autofahrer, die penetrant auf dem Überholfahrstreifen fuhren, und gegen zwei Fahrer, die nicht einmal einen Führerschein besaßen.