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Hamburg Gorch-Fock-Kommissionschef: Bericht bis Ende Juli
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00:00 10.05.2011
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Kiel

Am Montag hatte sich die Kommission getroffen. Neben Pommerin gehören ihr an Präsident des Deutschen Marine Instituts und Admiral a.D. Lutz Feldt, Ex-Staatssekretär im Verteidigungsministerium Walter Kolbow (SPD) sowie Prof. Lars Scholl, Leiter des Deutschen Schiffahrtsmuseums in Bremerhaven. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe um die „Gorch Fock“ hatte der damalige und inzwischen zurückgetretene Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) auch diese Kommission berufen.

„Unser Auftrag besteht darin, einen Vorschlag zur seemännischen Basisausbildung zu machen“, betonte Pommerin. Ob am Ende eine Empfehlung stehen werde, das Segelschulschiff beizubehalten oder nicht, könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Die nach dem Tod einer aus der Takelage gestürzten Kadettin laut gewordenen Vorwürfe - Schikanen, Alkoholexzesse bis hin zu sexueller Belästigungen seien nicht Thema dieser Kommission.

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Die Kommission erarbeite sich einem gemeinsamen Wissenstand, indem Fachleute befragt und die Marine-Ausbildungsbedingungen anderer Nationen analysiert würden solche mit, aber auch ohne Segelschulschiffen. Auf die Frage, ob ein Segelschulschiff in heutiger Zeit überholt sei, meinte Pommerin: „Ich weiß es nicht, immerhin haben 18 Nationen Segelschulschiffe.“ Es werde darum gehen, konkrete Vorschläge zur Ausbildung zu erarbeiten. Dazu gehörten zum Beispiel die Option eines mit einem Sicherheitsnetz geschützten Übungsmastes an Land zum Auf- und Abentern oder Maßnahmen zur Förderung oder Überprüfung der physischen Fitness.

Druck von außen etwa von Traditionsbefürwortern der Marine oder Kritikern der „Gorch Fock“ empfinde die Kommission nicht. „Wir sind völlig drucklos, wir sind keine Politiker, sondern unabhängig“, sagte Pommerin. Zur im „Spiegel“ geäußerten Kritik des Lebensgefährten der tödlich verunglückten Kadettin an der bisherigen Ausbildung, man könne Offiziersanwärter auch ohne reale Lebensgefahr an physische und mentale Grenzen führen, wollte sich Pommerin nicht äußern. Er gab aber zu bedenken, dass es in allen Lebens- und Ausbildungsbereichen Unfälle geben könne. Als ein Beispiel nannte er die Risiken, denen Flugschüler ausgesetzt sind.

Die Kommission wird laut Pommerin sich jetzt in kurzen Abständen an unterschiedlichen Orten treffen. Es sei auch geplant, die „Gorch Fock“ selber in Augenschein zu nehmen.